Suchtproblematik ist Thema bei Treffen von Schulsozialarbeitern und Regionalbereichsbeamten

Immer mehr Drogen an Schulen

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Der Stendaler Polizeiobermeister und Regionalbereichsbeamte Bernhard Seeländer spricht mit Schulsozialarbeiterinnen der Rolandstadt über die Drogenproblematik an Schulen und mögliche Wege, sie präventiv zu verhindern.

Stendal. „Sie kriegen in jeder Stadt das, was Sie möchten. Wer etwas anderes behauptet, ist blauäugig“, so Kriminaloberkommissar Jürgen Harder zu der wachsenden Drogenproblematik an den Schulen im Landkreis.

Besondere Sorgen mache ihm der „wahnsinnige Anstieg von Crystal-Konsumenten“. Die umgangssprachlich als „Crystal Meth“ bezeichnete Droge gehört zu den Amphetaminen und ist in Deutschland sowie den meisten Ländern Europas illegal.

Die Drogen- und Suchtprävention bei Jugendlichen war eines der bestimmenden Themen beim Fachtreffen der Schulsozialarbeiter sowie der Regionalbereichsbeamten (RBB) des Landkreises. Auch Daniela Groß, Diplom-Psychologin und Netzwerk-Koordinatorin für Schulsozialarbeit beim DRK, wies in ihrer Eröffnungsrede auf den Sachverhalt hin. „Die Sucht- und Drogenproblematik muss in diesem Jahr stärker behandelt werden“, so Groß.

Generell sollten gemeinsam von Sozialarbeitern und Regionalbereichsbeamten „möglichst viele Angebote“ an Schulen installiert werden, „die dem Bedürfnis der Schüler entsprechen“, sagte Groß. Die speziell eingesetzten Beamten wurden im Landkreis nötig, da viele Revierstationen geschlossen wurden. „Die Regionalbereichsbeamten sollen die Ansprechbarkeit der Polizei gewährleisten“, machte Polizeihauptkommissarin Verena Schneider, zuständig für die Verbandsgemeinde Seehausen, klar.

In Einzelfällen, wenn die Sozialarbeiter mit einem Problem an die Beamten herantreten, müsse dann erst einmal geklärt werden, ob ein polizeilicher Sachverhalt vorliegt.

Auch sei eine Prävention in Form von Informationsveranstaltungen nicht immer möglich. „Wenn jemand anruft und sagt, dass eine Person mit dem Messer bedroht wurde, dann müssen wir ermitteln“, sagt Schneider, „darüber dürfen wir gar nicht hinweghören.“ Bei aller Zusammenarbeit bestünden unterschiedliche Voraussetzungen. Jürgen Harder ergänzte in Richtung der Schulsozialarbeiter: „Wenn Sie einem Schüler in den Rucksack schauen möchten, und der das ablehnt, können Sie da nichts gegen machen. Wir dürfen Durchsuchungen vornehmen.“

23 Schulsozialarbeiter arbeiten momentan im Landkreis durch verschiedene Träger an Grund-, Sekundar- und Förderschulen. „Wir hoffen, dass noch mehr Mitarbeiter hinzukommen“, wünschte sich Daniela Groß.

Von Mike Höpfner

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