„Neu-Lehrer“ sitzen am Tisch

Goldbeck bereitet Info-Veranstaltung zum Thema Flüchtlinge vor

Andreas Schmidt ist einer von aktuell 86 in Sachsen-Anhalt neueingestellten Deutschlehrern. Der 28-Jährige aus Bertkow übernimmt die Internationale Klasse in Goldbeck. Vorerst bis zu 15 Jugendliche – unter anderem aus Syrien und Afghanistan – werden erwartet.

Goldbeck. Andreas Schmidt ist an seinem Umfeld interessiert.

So ließ es sich der 28-Jährige am Montagabend auch nicht nehmen, im „Bayrischen Hof“ Platz zu nehmen, um der Debatte des Goldbecker Gemeinderats über die Ankunft von Flüchtlingskindern in der Sekundarschule des Dorfes zu lauschen. Dass mit Schmidt der für die Goldbecker Migranten-Jugend frisch eingestellte „Neu-Lehrer“ am Tisch saß, nahm die Runde positiv zur Kenntnis.

Die AZ sprach mit dem gebürtigen Bertkower im Anschluss an das Treffen vor dem Lokal an der Baustellen-Piste Babener Straße. „Ich freue mich so sehr, dass es nun bald los geht“, erklärt Schmidt kurz vor dem Start des neuen Schuljahrs am morgigen Donnerstag. Der Altmärker wird sich als Deutsch-Lehrer um zunächst wohl 13 bis 15 Mädchen und Jungen aus Syrien, Afghanistan und Russland kümmern.

In der Goldbecker Schule, die im November 2013 als erste Bildungsstätte im Landkreis den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen bekam, wird für die Neuankömmlinge eine sogenannte „Internationale Klasse“ gebildet. Solche Spezialgruppen entstanden im Verlauf des letzten Schuljahres beispielsweise schon in der Stendaler Diesterweg-Sekundarschule. In der auf das Erlernen der deutschen Sprache spezialisierten Klasse in Goldbeck findet nun der Neu-Lehrer aus dem Nachbardorf sein Einsatzfeld.

Schmidt studierte in Magdeburg und unterrichtete zuletzt Erwachsene in Alphabetisierungskursen, zum Beispiel in Salzwedel und Stendal. Er besitzt eine Zulassung für Integrationskurse vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Dass das Flüchtlingsthema in Goldbeck überhaupt auf die Tagesordnung kam, ist der Verdienst des Möllendorfer Ratsherren René Schernikau (Piraten). Auf seinen Antrag soll es Ende Oktober / Anfang November eine Info-Veranstaltung mit Vertretern der Schule und Vorsitzenden der Goldbecker Vereine geben. Fest stehe inzwischen aber, dass die Neuankömmlinge anders als zunächst geplant, nicht mit dem Bus, sondern mit der Bahn von der Gemeinschaftsunterkunft in Stendal zum Schulbesuch in Goldbeck fahren, berichtete Bürgermeister Torsten Dobberkau. „Ich sehe keine Probleme“, erklärte das Gemeindeoberhaupt.

Von Antje Mahrhold

Kommentare