Familienvater muss wegen Drogenhandel für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis

„Hinterher bin ich alles los“

Stendal. Es ist eine beträchtliche Menge an verbotenen Substanzen, für die sich ein 32-Jähriger aus dem Raum Seehausen gestern vor dem Landgericht verantworten musste.

Ein knappes Pfund Marihuana, 1377 Gramm Amphetamin und 30 Gramm Kokain soll sich der Beschuldigte im Oktober 2015 bei einem Dealer besorgt haben. Um „den überwiegenden Teil zu verkaufen“, wie Richter Gundolf Rüge befand. Das Urteil lautete letztlich auf zwei Jahre und drei Monate Haft, damit bleibt das Urteil des Amtsgerichtes Stendal aus erster Instanz bestehen.

„Das ist eine beträchtliche Menge an Betäubungsmitteln, die auch in der Altmark nicht allzu häufig vorzufinden ist“, beschreibt der Vorsitzende Richter die Drogenfunde. In „szenetypischen Plastikbeuteln“ hätten Polizeibeamte im Rahmen einer Durchsuchung die Drogen vorgefunden. Darin soll der Angeklagte Mengen zwischen fünf und knapp 100 Gramm Marihuana aufbewahrt haben. Auch Beutel mit über 600 Gramm Amphetamin sollen sich im Besitz des Angeklagten befunden haben. „Unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ heißt das im Juristendeutsch und sieht eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr vor. Für die nicht geringe Menge ist der Wirkstoff-Anteil der Drogen entscheidend.

„Positiv für den Angeklagten ist sein umfassendes Geständnis aus der Verhandlung am Amtsgericht“, so der Vorsitzende. Problematisch sei jedoch, dass der Angeklagte bereits einschlägig vorbestraft sei. Im Jahr 2009 verurteilte ihn das Amtsgericht Königs Wusterhausen wegen Handels mit Betäubungsmitteln in insgesamt 16 Fällen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Dazu kommt als Delikt vorsätzliche Trunkenheit im Straßenverkehr. Hier wurde der 32-Jährige zu 540 Euro Geldstrafe verurteilt.

Bereits zu Prozessbeginn wies Rüge den Angeklagten und seine Verteidigerin Heidrun Ahlfeld daraufhin, dass eine Reduzierung des Strafmaßes ziemlich unwahrscheinlich sei. Ahlfeld zog sich mit ihrem Mandanten zu einer ausführlichen Beratung zurück, an deren Ende der Beschuldigte die Berufung zurücknahm. „Ich habe mein Geschäft und meine Familie zu Hause. Wenn ich jetzt ins Gefängnis gehe, bin ich hinterher alles los“, erklärte der Angeklagte. Rüge verwies den Altmärker auf seine langfristige Zukunft. „Sie sind 32 Jahre alt. Die Drogen sind ein Sumpf, der Ihnen immer wieder Probleme machen wird.“ Mit der Rücknahme der Berufung wird das Urteil des Amtsgerichtes Stendal vom März 2016 rechtskräftig.

Von Mike Höpfner

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