Gesamtschülerzahl ist neuer Maßstab

Hildebrand- und Winckelmann-Gymnasium: Schul-Fusion wird sich verzögern

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Die Zusammenlegung von Hildebrand- und Winckelmann-Gymnasium zu einem gymnasialen Standort wird nicht wie geplant zum Schuljahr 2020/21 stattfinden. Ab jetzt entscheidet die Gesamtschülerzahl, wann die Fusion beginnt.

Stendal. Die geplante Fusion von Winckelmann- und Hildebrand-Gymnasium zu einem gemeinsamen, gymnasialen Standort birgt einige organisatorische Hürden (AZ berichtete). Vor allem zahlreiche bauliche Veränderungen müssten noch umgesetzt werden.

Daher war die Fusion auch am Donnerstag ein Thema im Kreis-, Vergabe- und Personalausschuss. Dr. Denis Gruber, erster Beigeordneter des Landrates, hatte Neuigkeiten vom Bildungsministerium im Gepäck, die er den Ausschussmitgliedern vorstellte. Dabei ging es insbesondere um den Zeitraum der Fusion und die Mindestanzahl der Schüler.

Der Kreistag soll die Fusion laut der aktuellen Beschlussvorlage eigentlich zum Schuljahr 2020/21 beschließen. „Diese Jahreszahlen würden wir wieder herausnehmen wollen. In Absprache mit dem Ministerium ist eine Jahresangabe nicht notwendig“, so der Vize-Landrat. Der genaue Zeitpunkt der Fusion sei momentan noch gar nicht vorhersehbar. Gruber präsentierte den Ausschussmitgliedern dazu einen aktualisierten Demografiecheck. „Zwischen 2027 und 2031 könnte die Fusion passieren“, so Gruber.

Bislang galten die Schülerzahlen in den fünften Klassen als Maßgabe für eine Zusammenlegung der Bildungseinrichtungen. Der fünfte Jahrgang solle dabei nicht weniger als 50 neue Schüler haben, pro Schule. „Nach jetzigem Stand würden wir die Fusion einleiten, wenn die Gesamtschülerzahl unter 125 fällt“, berichtet der erste Beigeordnete.

Darüber hinaus gibt es seitens des Ministeriums nur zwei weitere Auflagen. Zum einen darf die Beschulung künftig nicht nur in einem der Gebäude stattfinden. Zum anderen muss der Bedarf der schulischen Nutzung gesichert bleiben. „Wichtig ist nur, dass die Maßnahme im Falle des Eintretens vollzogen wird“, so Gruber.

Der Kreischef ließ sich von diesen Aussagen überzeugen. „Wenn wir mit diesen Aussagen eine Förderung bekommen, sollten wir es auch so machen. Aber erst dann, wenn es wirklich notwendig ist“, so Landrat und Ausschussvorsitzender Carsten Wulfänger (CDU). Aufgrund des nun größeren zeitlichen Spielraums für den Landkreis mahnte Wulfänger im gleichen Atemzug auch zur Vorsicht. „Spätestens alle fünf Jahre zur Schulentwicklungsplanung müssen wir uns dieses Thema wieder angucken.“ Damit bezieht er sich nicht nur auf den Demografiecheck, sondern auch auf die regionale Bevölkerungsprognose. „Aktuell bleiben die Städte relativ stabil, in den Dörfern geht die Entwicklung zurück. Aber das hat keine Auswirkung auf die Fusion“, so Gruber. Der geänderte Antrag wurde einstimmig beschlossen, der Kreistag hat das letzte Wort.

Von Mike Höpfner

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