Goswin Moniac aus Schmersau liefert Spenden für Flüchtlinge persönlich im Flugplatz-Hangar ab

„Hat sich so einiges angesammelt“

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Stendal. Der Landkreis Stendal betreibt in einem Hangar auf dem Flugplatz Borstel ein Spendenlager für Flüchtlinge. Gut ausgeschildert führt der Schotterweg direkt zur riesigen Halle.

Aus Schmersau bei Osterburg ist Goswin Moniac zum Flugplatz nach Stendal gefahren, um seine Spende für Flüchtlinge abzugeben. Seit Mitte September wird dort für Flüchtlinge gesammelt.

Landkreis-Mitarbeiterin Jacqueline Krehl und Mitarbeiter der in Uenglingen ansässigen Gesellschaft für Arbeitsförderung und Sanierung des Landkreises Stendal (GfAuS) nehmen werktags ab 9 Uhr die Spenden entgegen. „Wir sortieren die Spenden und nehmen sie auf, praktisch wie bei einer Inventur, um zu wissen was wir haben“, erklärt Krehl. „Wir brauchen dringend Betten mit Lattenrosten, Matratzen, Kopfkissen und Steppdecken. Weiterhin benötigen wir Küchenmöbel, Herde, Kühlschränke, Kleiderschränke, Nachtschränke, Deckenlampen, Ess- und Couchtische, Stühle, Rollos, Jalousetten, Pfannen, Töpfe, Besteck und Geschirr“, zählt die Koordinatorin auf.

Dagegen sollen Textil- und Wäschespenden, wie Bekleidung, Schuhe, Wolldecken und Sofakissen, aber auch Spielzeug und Teppiche beim Deutschen Roten Kreuz (DRK ) oder in Charity–Shops abgegeben werden. „Und zwar nicht, weil wir diese Spenden nicht haben wollen, sondern weil der Hangar nicht beheizt ist. Die Feuchtigkeit würde den Textilien schaden“, erklärt die Mitarbeiterin. Wer seine Spenden nicht selbst vorbeibringen kann, kann am Bürgertelefon unter Telefon (03931) 607 080 eine Abholung vereinbaren.

Auf keinen Fall gebraucht werden Gläser für alkoholische Getränke, wie Biertulpen oder Sekt-, Wein- und Schnapsgläser. Auch Blumenvasen und Deko-Keramik würden nicht benötigt. Die Verteilung der Spenden erfolgt nach einem klar strukturierten Plan. „Wir haben sieben Hausmeister, Mitarbeiter der GfAuS und des Landkreises sowie Firmen aus der Umgebung, die gemeinsam die Wohnungen einrichten. Das heißt, es wird erst zusammengetragen, was für die Grundausstattung in Wohnungen gebraucht wird. Dann packen wir die Sachen, wie Möbel oder Geschirr, zusammen. Diese in Kartons verpackten Gebrauchsgegenstände und Möbel werden dann abgeholt, wie beim Umzug transportiert und später vor Ort eingeräumt“, schildert die Koordinatorin. Sie führt eine Inventarliste, die täglich aktualisiert an den Landkreis gesandt wird.

Derweil hält ein Auto vor dem Tor des Hangars. Goswin Moniac aus Schmersau will seine Spende abgeben. Auf die Frage der AZ, warum er sie zum Spendenlager für Flüchtlinge bringt, erklärt er: „Um zu helfen, denn im Laufe eines langen Lebens sammelt sich so einiges an, was oft nur noch rumsteht, aber hier gebraucht wird.“

Das Spendenlager wird von der Kreisstraßenmeisterei des Landkreises betrieben. Es war Mitte September eingerichtet worden. Es hat momentan von montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 16 Uhr geöffnet.

Von Ute Krug

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