Kritik am Großprojekt ab September möglich / Bürgermeister betont: „Dorf steht total dahinter“

Hassels Sonnenfabrik hat einen Plan

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Der Baustart hat sich erneut verzögert. Sonnenpanele sollen nun 2017 errichtet werden.

Hassel. Die Produktion von Öko-Strom aus Sonnenkraft darf Flora und Fauna nicht schaden. Das gilt für alle Sonnenkraftwerke dieser Republik wie für den „Solarpark Hassel I“, den der Gemeinderat jetzt mit einem Positiv-Votum auf den Weg gebracht hat.

Mit Zustimmung des neunköpfigen Gremiums steht nun fest, dass Kritik am Bebauungsplan für das Projekt ab 8. September im Goldbecker Verwaltungsamt zu Protokoll gegeben werden kann.

„Das ist eine einmalige Chance“, begeisterte sich Hassels Bürgermeister schon vor vier Jahren über die sprudelnde Einnahmequelle. Damals war Uwe Rihsmann unter Vorgänger Peter Kuwan noch Vize-Chef der Gemeinde. Sie hat jetzt nach dem Abspringen des ersten Investors, der rund zehn Millionen Euro in die Errichtung der Hasseler Sonnenfabrik stecken wollte, mit Eon einen börsennotierten Energiekonzern als neuen Vertragspartner.

Anders als noch im Februar rechnet Hassels Dorfoberhaupt nun nicht mehr damit, dass die Bauarbeiten auf der 4,7 Hektar großen Fläche links und rechts der Bahnlinie in Richtung Industrie- und Gewerbepark „Altmark“ (IGPA) in diesem Jahr beginnen. Baustart werde frühestens 2017 sein, heißt es nun.

Experten haben geprüft: Für Zauneidechse und Heuschrecke besteht durch den Bau des Solarparks an der Bahnlinie nach Arneburg „kein Konfliktpotenzial“.

Bestandteil der aufwändigen Planung des Millionen-Projekts ist auch eine detaillierte Naturschutz-Prüfung. Nach einer Begehung im Mai stellten Experten fest, dass es durch den Bau des Solarparks auch für Zauneidechse und Heuschrecke „kein Konfliktpotenzial“ gebe. Zwischen den auf Stahlpfosten montierten Solarpaneelen soll es keine Flächenversiegelung geben, stattdessen sei geplant, seltene Gräser zu säen, kündigte Rihsmann im AZ-Gespräch an. „Das Dorf steht total hinter dem Projekt“, erklärte er auch.

Der Solarpark soll eine Laufzeit von 20 Jahren haben. In die Hasseler Gemeindekasse würden 70 Prozent Gewerbesteuern aus der Anlage fließen. Das Areal soll eingezäunt werden. Die Jahresleistung der neuen Anlage soll bei 7,3 Millionen Kilowattstunden liegen. Damit würde die Hasseler Sonnenfabrik Strom für 1800 Familien beziehungsweise 5400 Verbraucher produzieren. „Das ist die Hälfte der Einwohner, die in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck leben“, rechnet das Dorfoberhaupt vor.

Von Antje Mahrhold

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