Stendaler Täter nutzen an Lüderitzer Straße Kanalverschluss

Gullydeckel als Einbruchswerkzeug

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Lüderitzer Straße: Die Scheibe hielt stand. Ein Gullydeckel, laut einer Mitarbeiterin wahrscheinlich ein solches Modell wie im Bild, wurde gegen die Glasaußenfront am NP-Markt geworfen. Einbrecher verschafften sich so auch in einem anderen Markt Zutritt.

Stendal. Als „klassisches“ Einbruchswerkzeug wird in der Regel der Kuhfuß, auch bekannt als Brecheisen, beschrieben. Moderne Einbrecher bedienen sich allerdings häufiger eines Schlitzschraubenziehers mit starkem, mindestens ein Zentimeter breitem Ende.

„Der ist leicht unter der Kleidung zu verstecken“, kennt Karsten Schulze den Hintergrund. Der Eigentumsexperte der Polizei ist mit den Maschen der Täter vertraut.

Es gebe organisierte Banden, die sich eine Stadt aussuchten und die „abarbeiten“. Häufiger handele es sich allerdings um die sogenannte „Beschaffungskriminalität“. „Die Täter haben den Druck Geld zu beschaffen.“ Der Zwang, die Drogensucht zu finanzieren, steckt oft dahinter. In manchen Fällen ist das Diebesgut selbst von Interesse. Wie berichtet, wurden am Wochenende am Dahlener Weg Zigaretten und Eis geklaut. Einbrüche dieser Art würden dann im Affekt passieren.

Und wieder flog ein Gullydeckel im Stendaler Stadtgebiet – wie im Fall des Schuh-Diebstahls (die AZ berichtete). Bisher unbekannte Täter hatten am Wochenende versucht, mit einem rund 30 Kilogramm schweren Gegenstand die Scheibe der Eingangstür eines Einkaufsmarktes einzuwerfen. Das Sicherheitsglas splitterte, hielt jedoch stand, sodass der Einbruch misslang. Tatort war der NP-Markt zwischen Lüderitzer und Gardelegener Straße. Erste Schadenschätzung des Stendaler Reviers: 5000 Euro.

An anderer Stelle war ein Einbrecher – mit weißem Kapuzenshirt und einer kurzen, dunklen Hose bekleidet – „erfolgreicher“. Tatort war ebenfalls ein Einkaufsmarkt der selben Kette an der Rosa-Luxemburg-Straße. Gestern wurde dort gegen 3.30 Uhr eine Scheibe eingeschlagen.

Nach ersten Erkenntnissen des Stendaler Polizeireviers begab sich ein männlicher Täter in den Verkaufsraum und stahl mehrere Flaschen. Vermutlich handelte es sich dabei um Alkohol.

Von Alexander Postolache

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