Säugetiere schon vielerorts aktiv / Pidun: „Nichts Gravierendes“

Grünflächen bereits in den Händen der Maulwürfe

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Rund um den Schwanenteich im August-Bebel-Park sind die Maulwürfe bereits aktiv. Trotz der momentan noch kühlen Witterung zeugen zahlreiche Hügel von den unterirdischen Grabungen der Säugetiere.

Stendal. Trotz der momentan noch recht kühlen Temperaturen und des regelmäßigen Bodenfrostes hinterlassen sie bereits vielerorts ihre Spuren: Maulwürfe leben zwar unter der Erde, doch die häufig in Gewässernähe vorkommenden Hügel sind schon aus der Ferne sichtbar.

Das Aufkommen der grabenden Säugetiere ist im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben, wie die Leiterin des Amtes für technische Dienste, Silke Pidun, im AZ-Gespräch bilanziert. „Es sind schon wieder einige Hügel da“, weiß Pidun. Das sei allerdings „nichts Gravierendes“.

Das Verbreitungsgebiet des Europäischen Maulwurfs erstreckt sich von Großbritannien bis nach Osteuropa.

Dennoch muss das Amt für technische Dienste in den nächsten Wochen aktiv werden, wenn es darum geht, die Hügel wieder dem Erdboden gleich zu machen. „Die Maulwürfshügel werden von uns natürlich eingeebnet“, sagt Silke Pidun. Dies müsse geschehen, bevor die städtischen Grünflächen im Frühjahr das nächste Mal gemäht werden können. Mehr könne das Amt für technische Dienste gegen die kleinen Säuger nicht tun. „Im öffentlichen Bereich vergrämen wir die Tiere natürlich nicht.“

Unter der Vergrämung versteht man das dauerhafte Vertreiben von Wildtieren. Darunter fallen insbesondere Maulwürfe, Marder, Tauben oder Wildkatzen. „Dafür können Hobbygärtner handelsübliche Mittel verwenden.

Etwa spezielle Flüssigkeiten oder Geräte, die Pieptöne erzeugen“, so die Amtsleiterin. Wie effektiv diese Mittel seien, um die vermeintlichen Plagegeister loszuwerden, könne Pidun jedoch nicht beurteilen.

Eine mögliche Erklärung für die gesteigerten Aktivitäten kann der verhältnismäßig milde Winter sein. Durch das Sonnenlicht werden die Maulwürfe an die Erdoberfläche gelockt. Auch die Nahrung der Maulwürfe, also Insekten, Larven oder Regenwürmer, muss bereits in ausreichender Menge in der Erde vorhanden sein.

Aber nicht auf jeder öffentlichen Grünanlage in der Rolandstadt sieht man die Hügel der im Schnitt nur 100 Gramm schweren Tiere. Ein wichtiger Faktor ist die Bodenbeschaffenheit. „Wenn der Boden sehr fest ist, sieht man natürlich weniger Maulwurfshügel als auf nassem Boden. In lockerer Erde können die Tiere wesentlich besser graben“, berichtet Pidun. Daher befinden sich die Hügel, etwa im August-Bebel-Park, vermehrt in der Nähe des dortigen Schwanenteiches. Auf den Rasenflächen nahe des Ostwalls ist die Grasnarbe größtenteils unangetastet. Die Hügel sind der Aushub, der entsteht, wenn die Maulwürfe unterirdische Gänge anlegen.

Von Mike Höpfner

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