„Ermüdender“ Vorschlag

Grüne scheitern mit wiederholtem Alternativ-Plan für A14

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Auf der Autobahn 14-Nord rollt auf mehreren Abschnitten, wie hier bei Colbitz, bereits der Verkehr. Die Grünen wollen Alternativen.

Magdeburg. Zum wiederholten Mal haben die Grünen eine mögliche Alternative für den Bau der Autobahn 14 in die Diskussion in Magdeburg gebracht. Und sie ist gescheitert. Ein entsprechender Antrag in der aktuellen Landtagsdebatte wurde mit der Koalitionsmehrheit abgelehnt.

„Bundesverkehrswegeplan 2015 – Prioritäten setzen, kostengünstige Alternativen prüfen, unrealistische Projekte streichen“ hieß der Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen, den sie in die Debatte eingebracht hatten. Darin forderten sie unter anderem, dass sich „die Landesregierung beim Bund prioritär für die Umsetzung von Schienenbauprojekten, insbesondere für den vollständigen Ausbau der Bahnlinie Stendal-Uelzen (Amerikalinie), einsetzt“. Außerdem sollte die A14-Nordverlängerung auf den Prüfstand gestellt und ein Alternativplan zum Ausbau der B 189 beim Bund eingereicht werden.

Als „ermüdend“ bezeichnete Hardy Güssau diesen „alten, ewigen, grünen Vorschlag“. „Die A 14 wird gebaut! Das Geld steht bereit!“, sagte der Stendaler CDU-Abgeordnete, der Mitglied im Verkehrsausschuss ist, gegenüber der Altmark-Zeitung. Nur die Umweltschutzorganisation BUND halte durch ihre Klagen den Bau auf. „Wir haben das Pech, dass BUND-Chef Oliver Wendenkampf in Sachsen-Anhalt wohnt und von den Grünen hofiert wird“, schimpft Güssau. In den Nachbarländern werde zügig gebaut, weil der BUND dort nicht „klagewütig“ sei. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Landesentwicklung und Verkehr der CDU-Fraktion, Frank Scheurell, sagte: „Die Koalition steht zu den Infrastrukturprojekten, die das Land bereits im Herbst 2013 zum Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet hat.“

In Mecklenburg-Vorpommern sind bereits mehrere A14-Abschnitte fertig. In Brandenburg soll am 21. Dezember ein elf Kilometer langes Stück zwischen Karstädt und Groß Warnow ans Netz gehen. In Sachsen-Anhalt sind alle Abschnitte in Planung und das Stück zwischen Mose und Colbitz seit einem Jahr befahrbar. Der Weiterbau bis Dolle und Lüderitz war Anfang 2014 durch das Bundesverwaltungsgericht nach einer Klage des BUND gestoppt worden. Das Gericht hatte aber das Gesamtprojekt nicht grundsätzlich in Zweifel gezogen.

Von Christian Wohlt

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