„Skydive Stendal“ landet erstmals an der Arneburger Straße in Groß Ellingen

Grothes allererster Flug „war die nackte Angst“

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Hohenberg-Krusemarks Windpark im Rücken landen in zwei Durchgängen insgesamt sieben Fallschirm-Piloten auf der Wiese an der Arneburger Straße in Groß Ellingen. Aufsichtsbehörden hatten den Flug zuvor genehmigt.

Stendal/Groß Ellingen. Freifall-Fans am Traggurt der Fallschirme haben die Nische des Rand- und Extremsports längst verlassen. Die Lust an temporärer Vogelfreiheit ist in der Mitte der Gesellschaft präsent – lässt sich immer öfter auch auf dem platten Land nieder.

Dies beweisen zumindest die Flugschirmpiloten des Vereins „Skydive Stendal“, die erst im September Wind und Wald getrotzt haben und spektakulär bei Tannenkrug gelandet sind.

Das Lande-T aus weißer Plastikfolie weist entsprechend der Richtung des Windes den Weg auf die Zielfläche. Vom Boden schaut der erste Durchgang zu, wie sich die Kollegen in der Luft anstellen.

Mindestens ebenso außergewöhnlich wagte sich die Truppe um Vereinschef Thomas Grothe am Samstag in ziemlich heftige Aprilwettergefilden. Den Landeanflug auf die Wiese an der Arneburger Straße im Hohenberg-Krusemarker Ortsteil Groß Ellingen wollten die Fallschirmspringer ursprünglich schon am Samstag vor Ostern absolvieren, aber das Wetter spielte nicht mit. Auch vier Wochen später forderte Petrus den Mut kräftig heraus. Eisregen in etwa eineinhalb Kilometer über dem Erdboden sowie Wind und Regenschauer begleiteten den Absprung von insgesamt sieben „Skydivern“. Die Herrenriege war dazu auf dem Flugplatz Borstel in eine Cessna C-182 geklettert, um von dort in die Höhen über dem Zielort zu gelangen. Das Flugzeug chauffierte die Springer in zwei Durchgängen, weil es nur Platz für maximal vier Wagemutige bietet.

An sein erstes Mal im Geschirr aus Kalotte, Steuer- und Fangleinen, Kaskaden und Leinenschlössern kann sich Stendals Skydiver-Vorstandsvorsitzender noch sehr genau erinnern. „Es war die nackte Angst“, wird Grothe diesen einprägsamen Moment niemals vergessen. „Andere gehen tauchen oder laufen einen Marathon“, relativiert er den Reiz seines sportliches Hobbys. Und blickt in den Himmel. Man muss ja schließlich gucken, was für eine Figur die Mitstreiter in der Luft machen. Und weil alle Flieger mit Action-Kameras ausgerüstet sind, wird es beim Filmeschauen wohl eine lange Nacht für Fallschirmspringer-Fachsimpelei. Das aufwändige Schirmepacken kann warten.

Von Antje Mahrhold

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