Erstmals wieder ein Umzug – und das beim Stadtfest / Bauer zwiegespalten / Glowinski Meister

Große Bühne für die Schützengilde

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Jörg Matthäus prüft mit der Lupe noch einmal ganz genau die Einschüsse und wird wenig später die Preise übergeben. Vereinschef Ulrich Bauer (r.) und weitere Mitglieder der Gilde diskutieren derweil am Rande über den Veranstaltungskalender 2016.

Osterburg. Die Schützengilde zu Osterburg von 1707 bekommt eine größere Bühne. Das Schützenfest fällt dieses Jahr mitten hinein ins Stadt- und Spargelfest, weil dessen Schausteller nicht wie üblich am zweiten Maiwochenende anrücken können.

Sogar ein Fest-umzug soll am 21. Mai stattfinden, erstmals seit dem Sachsen-Anhalt-Tag 2007 wieder. Was er von dem Ganzen halten soll, weiß Ulrich Bauer noch nicht so genau. „Am liebsten wäre mir ja ein reines Schützenfest zu dieser Zeit im Monat, so werden wir es vermutlich für 2017 auch wieder anstreben“, macht der Vorsitzende aus seinem Herzen keine Mördergrube. Doch für 2016 will der Verein die Herausforderung annehmen und hofft, bei all den vielen Angeboten am zweiten Festtag nicht unterzugehen.

Bauer ist ein Urgestein im Schützenwesen des Landkreises. Der Osterburger gehört zu den Gründungsmitgliedern der Gilde, arbeitet seit 26 Jahren im Vorstand und führt seit 16 Jahren das Zepter. Bei einer Jubiläumsfeier vor wenigen Monaten hat er angekündigt, kürzertreten und 2018 nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidieren zu wollen. „Das heißt allerdings nicht, dass ich mich völlig zurückziehen will, ich würde dann einfach gern andere Aufgaben übernehmen“, wischt Bauer gegenteilige Aussagen vom Tisch, die den Osterburger schon ganz für das Schützenwesen verloren geben. „An diesen Gerüchten ist nichts dran.“

Bauer ist ein Mann der klaren Worte und so macht er auch keinen Hehl daraus, dass das Preisschießen um den Titel des Bürgerschützenmeisters, an zwei Tagen ausgetragen, nach seiner Meinung deutlich mehr Teilnehmer verdient hätte. Insgesamt zehn Frauen und Männer visierten das Ziel mit dem Kleinkalibergewehr an. Rolf Gehrmann aus Häsewig landet mit 48 Ringen vorn, gefolgt von Dirk Böttcher (46 Ringe) und David Neubert (44 Ringe), beide Bismark. Da aber nur ein Bewohner der Einheitsgemeinde Osterburg Bürgerschützenmeister werden kann, darf sich der Viertplatzierte, Hans-Joachim Glowinski (43 Ringe), für ein Jahr mit dem Titel schmücken. Seine offizielle Ernennung erfolgt mit jener der neuen Schützenkönige und Ritter der Gilde beim Stadt- und Spargelfest am 21. Mai auf der Bühne des Großen Marktes.

Von Marco Hertzfeld

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