Stendals Raiffeisen treibt Investitionspläne für B 188 nahe Vinzelberg voran

Giebelkreuzler tanken auf: Zapfsäule verdrängt Imbiss

Sein Ausbau ist gestoppt. Der DDR-Speisewagen für das Küchenprojekt steht auf Restschienen zwischen B 188 und Vinzelberger Bahnhof.

Vinzelberg / Bismark. Die Pläne für den Bau einer Tankstelle an der B 188 nahe Vinzelberg und Käthen sind nicht vom Tisch.

Rüdiger Baehr, Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft Stendal, des potenziellen Investors, möchte zwar derzeit öffentlich nicht allzu viel sagen, versichert gegenüber der AZ aber, das Projekt weiter voranzutreiben. „Es wartet noch eine Menge Arbeit auf uns. Noch ist nichts in trockenen Tüchern. “ Dem Unternehmen gehört an der Kreuzung bereits das Gelände, auf dem bis Anfang Februar eine ehemalige Molkerei stand. Die Giebelkreuzler haben zudem großes Interesse an benachbarten Flächen – und da liegt offenbar der Hund begraben. Noch steht dort eine Feldküche und ein ausrangierter Mitropawagen, der für den Mittagstisch ausgebaut werden sollte.

Der gesamte Bereich an der viel befahrenen Straße zwischen Stendal und Gardelegen ähnelt einem Flickenteppich. Eine Flurneuordnung soll das ändern. Ein Großteil der Flächen befindet sich in kommunalem Besitz. Die Einheitsgemeinde Bismark wollte eigentlich bereits in konkrete Verhandlungen mit der Raiffeisenfirma, die das sogenannte Giebelkreuz als Markenzeichen hat, getreten sein. Doch das Verfahren scheint länger zu dauern als angenommen. Bismarks Bauamtsleiter Erik Dähne geht noch von einigen Wochen oder auch Monaten aus, aber nicht von Jahren, wie mitunter kolportiert werde. Die politischen Gremien hätten einem Verkauf der betreffenden Flächen bereits zugestimmt, so der Amtschef auf Nachfrage.

Vinzelbergs Bürgermeister Werner Stahlberg freut sich auf Zapfsäulen in seiner Nähe: „Meines Wissens nach gibt es bisher zwischen Gardelegen und Stendal nicht eine einzige Tankstelle.“ Und das sind immerhin fast 40 Kilometer. Auch weiter in Richtung Oebisfelde sehe es für Autofahrer nicht viel besser aus. Vor vielen Jahren habe es sogar mitten in der Stendaler Ortschaft eine Tankstelle gegeben. „Sie befand sich nahe dem einstigen Gutshaus, dem heutigen Wohnheim. Ältere Vinzelberger erinnern sich vielleicht noch daran.“

Von der Erinnerung ist es nicht weit zum Traum. Ein solcher scheint mit dem geplanten Tankstellenbau für die Betreiber der Feldküche zu zerplatzen. Das Paar will öffentlich nichts sagen, lässt aber durchblicken, traurig über die Entwicklung zu sein. Was aus dem Waggon wird, sei offen.

Von Marco Hertzfeld

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