Stadt Stendal lässt ältesten Teil des Rathauses 2017 für 310.000 Euro erneuern

Gerichtslaube im Fokus: Restauratoren rücken an

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Die Warnlampen der Hebebühne leuchten. Die Messpunkte sind gesetzt, ein Baufotograf arbeitet. Im Fokus steht nicht zuletzt die Gerichtslaube, der älteste Teil des Stendaler Rathauses.

Stendal. „Höher! Und noch ein Stück!“ Die Hebebühne ist in der richtigen Position, die Kamera klickt. So geht das eine ganze Zeit und hat seinen Sinn. Das Stendaler Rathaus, dessen erste Steine Anfang des 14.  Jahrhunderts gesetzt wurden, soll 2017 weiter saniert werden.

Dafür stehen 310 000 Euro aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ zur Verfügung. Momentan lässt die Kommune Messbilder anfertigen. Im Fokus stehen die Nord- und Westseite der Gerichtslaube, der Giebel Marienkirchstraße sowie der Südteil der Windgassenfassade, einschließlich Ratskellerfenster. Fachleute nennen das Fotogrammetrie. Neben der Backsteinfassade des Rathauses werde die Fassade des Innenhofes samt Fenster erneuert, informiert Stadtsprecher Klaus Ortmann.

Sind alle Fotos im Kasten und ist die Bestandsaufnahme abgeschlossen, schauen sich Restauratoren und Bauforscher am Computer ganz genau Putzflächen, Backsteine und Mörtelfugen auf historische Befunde an. Dann wird entschieden, wie weiter vorgegangen wird, bereits erledigte Arbeiten im Blick. In den vergangenen Jahren hatten Handwerker nicht zuletzt am Dachstuhl und an ersten Fassaden zu tun. Im Innenbereich sind Brandschutzmaßnahmen umgesetzt worden, der Fahrstuhl im Innenhof sichert die Barrierefreiheit des Hauses. „Der Zustand des Stendaler Rathauses ist insgesamt als gut zu umschreiben“, so Ortmann. Doch an historischer Bausubstanz bleibe immer etwas zu tun. Im Inneren etwa seien noch einige setzungsbedingte Risse in den Gewölbedecken zu beseitigen, deren Ursache im Dachstuhl lag und bereits 2014 behoben wurde. Auch das stehe auf der Agenda der Denkmalschützer.

„Der gesamte Komplex Rathaus, Roland und Marktplatz wird mit dem Ende der Sanierungsarbeiten auf dem Markt, zusammen mit der Marienkirche, an der zeitgleich ja ebenfalls Arbeiten laufen, sicher wieder die zentrale bauliche Attraktion unserer Altstadt sein“, ist Ortmann überzeugt. Winckelmannplatz, Kornmarkt und Marienkirchstraße, allesamt schon saniert, „runden das Ensemble ab“.

Von Marco Hertzfeld

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