Schwerer Diebstahl, Körperverletzung, Nötigung: Vier Männer seit gestern in Stendal vor Gericht

Mit geklautem Auto Polizei gespielt

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Die vier Angeklagten mit ihren Verteidigern beim Prozessauftakt gestern am Stendaler Landgericht.

Stendal. Sie sollen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion fünf Lkw und allerhand technisches Gerät von einem Tiefbau-Unternehmen gestohlen, mittels eines Elektroschockers einen Audi A7 entwendet und sich als falsche Polizisten ausgegeben haben.

Die Liste der Delikte, die den vier Männern im Alter von 23 bis 37 Jahren vorgeworfen wird, ist lang. Gestern begann vor dem Stendaler Landgericht ihr Prozess, der sich wohl bis in die Sommermonate hinein fortsetzen wird.

Im Mai 2014 sollen die vier Beschuldigten mit zwei weiteren Männern bei einem Tiefbau-Unternehmen eingebrochen sein. Das Firmentor sei ihnen zuvor von einem dortigen Angestellten geöffnet worden. Dort sollen sie insgesamt fünf Lkw, mehrere Schweißgeräte und zudem sämtliche Zweitschlüssel für den Fuhrpark gestohlen haben. So gelang es einem der Angeklagten am Folgetag, zusätzlich einen Mercedes Sprinter in der Ortschaft Insel zu entwenden.

Am 16. Mai 2014 wollten zwei Beschuldigte laut der Anklageschrift „in Stendal einen Pkw beschaffen“. Dafür griff ein Angeklagter einem Mann in die Jackentasche, der gerade den Kofferraum seines Audi A7 belud, und zog dessen Autoschlüssel heraus. Der Angeklagte habe den Fahrzeug-Eigentümer mit einem Elektroschocker bedroht und mehrmals „Geh weg!“ gesagt. Es gelang ihm schließlich, mit dem Fahrzeug zu flüchten.

Mit dem gleichen Audi A7 seien jene zwei Angeklagten am 11. Juni 2014 auf die A2 gefahren. Mit einem Blaulicht auf dem Dach sollen sie sich als falsche Polizisten ausgegeben und Verkehrskontrollen ausgeführt haben. Dabei sollen sie einen Audi S3 gestoppt und dessen Fahrer gezwungen haben, ihnen das Fahrzeug zu überlassen. Ihnen gelang die Flucht. Den Audi A7 steckten sie einen Tag später nahe Mahlwinkel in Brand, der S3 wurde später in Grieben gefunden. Dies sind nur einige der vorgeworfenen Taten. Keiner der Angeklagten ist derzeit zu einer Aussage bereit. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Mike Höpfner

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