Zwei Varianten für geplanten neuen Stadtsee-Imbiss / Hoher Kostenunterschied / Kein Pächter

Gastraum spaltet die Gemüter

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Der aktuelle Imbiss ist laut der Stadtverwaltung „nicht mehr nutzbar“. Für einen Neubau gibt es zwei Varianten, mit und ohne Gastraum. Der Kostenunterschied und die saisonale Nutzung sorgen für hitzige Diskussionen. Foto: Höpfner

Stendal. Wird der Neubau des Tiergarten-Kiosks einen Gastraum bekommen oder nicht? An dieser Frage scheiden sich bislang die Geister. Das mag auch daran liegen, dass die beiden Varianten eines Architekten einen Kostenunterschied von knapp 200 000 Euro ausmachen.

Sicher ist bislang nur, dass das alte Gebäude abgerissen werden soll, wenn sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag, 10. Oktober, für eine der Varianten entscheidet. „Wir sind uns einig, dass der Stadtrat das entscheiden soll“, sagt Stadtsprecher Klaus Ortmann zu der Debatte. Der Ausschuss für Stadtentwicklung hatte den Imbiss direkt am Rolandstädter Naherholungszentrum bereits vor Kurzem diskutiert.

Wird der Imbiss ohne Gastraum neu gebaut, würde dies rund 246 000 Euro kosten. „Die Variante mit Gastraum würde bei 454 000 Euro liegen“, berichtet Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Eckhardt (CDU) im AZ-Gespräch, „wir haben beide Varianten vorgestellt bekommen und würden dem Imbiss mit Gastraum den Vorzug geben“. Die Debatte um den Imbiss ist nicht ganz neu, denn der bauliche Zustand ist der Stadtverwaltung seit längerer Zeit bekannt.

„Der ist nicht mehr nutzbar“, konstatiert Stadtsprecher Ortmann. Erste Planungen jedoch seien nicht von einer großzügigen Variante mit einem Gastraum ausgegangen. „Das ging eher in Richtung Funktionalität. Also etwa die Einrichtung einer Toilette für Mitarbeiter“, so die Stimme der Verwaltung. Daraufhin habe es Forderungen seitens des Vereins der Tiergartenfreunde gegeben. „Vereinsmitglieder und Mitarbeiter wollten gerne noch einen kleinen Raum, der für andere Dinge nutzbar gemacht werden kann“, so Ortmann. Dies bestätigt auch der ausführende Architekt, der das grundlegende Imbisskonzept ohne Gastraum aufgestellt hatte. „Es entstand zunächst die kleine Variante. Auf Wunsch des Vereins der Tiergartenfreunde dann auch eine große“, so Architekt und städtischer Hochbauamts-Leiter Matthias Klug von „Planquadrat Klug“. Die hohe Kostendifferenz ergebe sich schlichtweg daraus, dass für einen Gastraum rund 150 Quadratmeter mehr eingeplant werden müssten. „Für diesen Raum müssen auch Aspekte wie ein Sanitätrakt und andere bestimmte Dinge beachtet werden“, so Klug im AZ-Gespräch.

Auch Klaus Ortmann weiß von diesen Regularien. „Wichtig ist, dass die Attraktivität des Tiergartens gesteigert wird. Wir sind da ganz offen.“ Doch der Kostenfaktor ist auch bei der Verwaltung ein wichtiger Aspekt. „Wir müssen wirtschaftlich verantwortlich denken“, so Ortmann. Denn ein Problem für einen neuen Imbissraum – ob mit Gastraum oder ohne – wäre die ganzjährige Nutzung. „In Frühling, Sommer und Herbst wäre das sicher zu organisieren. Aber im Winter würde sich der durchgehende Betrieb kaum lohnen.“ Darüber hinaus fehlt der Stadt, die den Tiergarten und somit den Imbiss in ihrem Besitz hat, noch ein Pächter. Eine Ausschreibung werde es noch geben.

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