Arne Könnecke leitet Kulturtempel im Elbeort nur noch ein Jahr lang

Galerie bald führungslos: „Mit 80 höre ich auf“

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„Sie haben einen Gewinn davon“, weiß Arne Könnecke vom Vergnügen vieler Zufallsgäste in der Arneburger „Kleinsten Galerie“. Pro Schau kommen bis zu 170 Besucher.

Arneburg. Einer der kreativsten Köpfe der Elbestadt bereitet seinen Ausstieg aus der altmärkischen Kulturszene vor.

Arne Könnecke, ohne den es die „Kleinste Galerie“ nicht geben würde, will sein Wirken als Galerist der womöglich kleinsten Galerie Deutschlands im November 2016 mit einer sehr persönlichen Bilder-Schau beenden. „Dann werde ich 80, dann höre ich auf“, kündigte der Arneburger im AZ-Gespräch an.

Aquarelle eines gewissen Erwin Könnecke werden in der letzten Ausstellung unter Regie der Arneburger Galeristen-Legende gezeigt. Es wird die 226. Schau sein, die der 79-Jährige verantwortet. Er widmet sie „in memoriam“ keinem Geringeren als seinem Vater höchstpersönlich. Könnecke senior würde 114 Lenze zählen, könnte er die Vernissage leibhaftig miterleben. Wie das Werk seines Sohnes, der die 1981 unter Fittichen des DDR-Kulturbundes entstandene Galerie seit 33 Jahren managt, fortgeführt wird, ist noch offen. Aber das Anliegen von Könnecke und Mitstreitern, darunter so „fleißige Helfer“ wie Matthias Fenn zu finden, bleibt auch drei Jahrzehnte nach der Gründung wichtig: Bildende Kunst am Rande der Provinz! Wie wieder seit Mittwochabend mit Cartoons des erkrankten Karikaturisten Andreas Prüstel aus Berlin. Angela Merkel in pinkfarbenem Blazer, viele Kopftücher und allerhand vermeintliche „Gutmenschen“ nehmen überwiegend bitterbösesüß den Konflikt um die aktuelle Flüchtlingskrise aufs Korn. Prüstels Werke sind gut drei Wochen zu sehen. Im Schnitt kommen 170 Besucher in jede Schau ins Hotel „Goldener Anker“, darunter auch etliche Zufallsgäste. Ab 25. November stellt dort Michaela Herbst aus Goldbeck aus.

Von Antje Mahrhold

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