Kicker spielen um den „Stark fürs Leben“-Pokal / Blutabgabe für Kampf gegen Leukämie

Fußball-Gaudi um 60 neue Spender

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Volker Beck hat zehn Fußballteams zusammengetrommelt, die unter sich den „Stark fürs Leben“-Pokal ausgekickt haben – die „Piranhas Rathenow“ gewannen. 60 Typisierungen für die Knochenmarkspender-Datei sind zusammen gekommen.

Stendal. Eine Fußballgaudi haben der Verein „Stark fürs Leben“ und die Aktion Knochenmarkspende aus Magdeburg am Wochenende veranstaltet. Die Gaudi war für den guten Zweck: Menschen mit Leukämie können davon profitieren.

Für sie sind – und das war das eigentliche Kernstück der Veranstaltung – 60 sogenannte „Typisierungen“ zusammengekommen. Heißt: Im Register der möglichen Spender von Stammzellen oder Knochenmark sind nun 60 Altmärker hinzugekommen.

Das Team der Typisierung auf dem Galgenberg um Dr. Andreas Parkner vom Knochenmarkspende Verein Sachsen-Anhalt (l.).

Zehn Mannschaften haben in der Sporthalle am Berufsbildungswerk gegeneinander gekickt. Nebenbei, und schon während der Winckelmann-Olympiade auf dem Galgenberg wurde Menschen für die Typisierung Blut abgenommen. Auf die ehrgeizige Zahl von 100 dieser medizinischen Registrierungen hatte Organisator Oliver Beck am Vormittag gehofft. Beck, Muskelmann mit Herz, versucht seit Jahren, mit „Stark fürs Leben“ Krebskranken zu helfen. Sein Motiv stammt aus eigener Erfahrung: „Meine Mutter ist vor fünf Jahren an Krebs gestorben. Man bekommt dadurch eine andere Sichtweise“, erzählt er. Viele Menschen würden sich wenig mit dem Thema Krebs befassen. Und es gäbe speziell beim Thema Knochenmarkspende eine Hemmschwelle, weil man schmerzhafte Behandlungen befürchtet. Für ihn steht fest: Information hilft. Denn schmerzhaft ist die Behandlung nicht, erklärt das Team bei der Typisierung.

Dass der Bedarf an Spendern da ist, erklärte Sven Weise von der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft mit einer eindrucksvollen Zahl: „30 Menschen im Landkreis Stendal bekommen pro Jahr Blutkrebs“, erklärt er, „es kann jeden treffen.“ Er macht eine ausholende Bewegung, die all die Menschen in der Halle einschließt. Weises Problem: Die Menschen, die bisher in der Spenderdatei sind, werden allmählich zu alt, sie fallen aus dem Register. Deshalb wolle man mit dem Benefiz-Fußballturnier vor allem jüngere Menschen ansprechen.

Das scheint geglückt, wie beispielsweise in dem Frauen-Fußballteam vom Möringer SV, das mitspielte: Die jungen Frauen haben sich bereits Blut abnehmen lassen. Warum sie hier spielen? „Aus Spaß am Spiel“, sagt eine junge Frau, „aber für den guten Zweck. Und das ist ein gutes Gefühl.“

Weises und Becks Bilanz mit Blick auf 60 Typisierungen am Abend: Man kann zufrieden sein. 60 ist eine verhältnismäßig gute Zahl. Aber: Es könnten immer mehr sein.

Typisieren lassen kann man sich unter anderem in der Uni Magdeburg. Informationen und Kontakt gibt es hier.

Von Kai Hasse

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