Rolandstädter Werk liefert Triebwagen nach Nürnberg und Würzburg

Fünf Hybridloks übergeben

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Frank Strik (v.l.), Standortleiter bei Alstom in Stendal, überreichte den Verantwortlichen der Deutschen Bahn, Andreas Gehlhaar und Jens Fischer, symbolisch den Schlüssel für die in Stendal gefertigte Hybridlok „Prima H3“. Fünf wurden übergeben.

Stendal. „Heute ist ein guter Tag für die Bahn und ein guter Tag für die Umwelt“, sagt Andreas Gehlhaar, Leiter im Bereich Umwelt bei der Deutschen Bahn (DB), anlässlich der Übergabe von fünf Hybridloks des Unternehmens Alstom.

Bis jetzt sind 23 dieser umweltfreundlichen Lokomotiven vom Stendaler Standort an verschiedene Kunden ausgeliefert worden.

Äußerlich unterscheidet sich die „Prima H3“ nicht von gewöhnlichen Dieselloks. Die Ausstattung erfolgt auf Kundenwunsch.

Die Rangier-Lokomotiven sollen bereits zu Beginn der kommenden Woche ihre Arbeit verrichten. „Sie sind bereits ab Montag in Nürnberg und Würzburg im Einsatz“, berichtet Jens Fischer, Leiter des Flottenmangements der DB Regio Franken. Der Standortleiter des rolandstädtischen Werks, Frank Strik, verwies eingangs auf die Bedeutung der Produktionsanlage sowie auf die technischen Neuerungen der „Prima H3“. „Der Standort hat eine lange Geschichte, die bis in das Jahr 1873 zurückgeht. Alstom ist der erste Hersteller, der diese Hybrid-Technologie auf die Schiene gebracht hat. Unsere Lokomotive ebnet den Weg für einen emissionsfreien Güterverkehr in Europa“, so der Stendaler Werkschef. Die „Prima H3“ verbraucht im Gegensatz zu herkömmlichen Rangierloks bis zu 50 Prozent weniger Kraftstoff. Auch der Geräuschpegel wurde verringert. „Wir haben den Anfahrlärm um das 17-fache reduziert“, so Andreas Gehlhaar. Damit könnten die Menschen entlang der Strecke „auch im Sommer den Balkon benutzen“.

Die Zusammenarbeit von Alstom und der Deutschen Bahn besteht bereits seit 2002. „Das war nicht immer einfach, aber wir stehen in ständigem Austausch“, so Frank Strik. Initiiert wurde das Projekt von der Umweltinnovations-Abteilung der Deutschen Bahn. Ziel ist es, die technische Serienreife einer Hybridlok im täglichen Einsatz nachzuweisen. Bei Alstom in Stendal arbeiten mehr als 200 Mitarbeiter. Das Werk hat sich auf das Servicegeschäft und Reparaturen spezialisiert.

Von Mike Höpfner

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