Er hatte vermutlich Staupe

Nach Besuch in Bekleidungsgeschäft: Darum musste der Fuchs sterben

Zwischen Wintermänteln und Umkleidekabine: Ein Fuchs verirrte sich gestern in ein Bekleidungsgeschäft. Foto: privat

Stendal. Der am Donnerstag in der Innenstadt Stendals aufgefundene Fuchs ist tot. Er wurde noch am Abend eingeschläfert.

Nach Auskunft des Landkreises ist eine Gewebeprobe des Gehirns entnommen worden. Die Ergebnisse werden am kommenden Montag erwartet. Nach einer ersten Diagnose könnte es wahrscheinlich sein, dass das Tier Staupe hatte. Die schwere Erkrankung betrifft alle Hundeartigen Tiere und ist ansteckend. Zu den Hundeartigen zählen neben Hunden, Wölfen und Füchsen beispielsweise auch Bären oder Marder.

Ob Tiere angesteckt worden sein könnten, ist noch unklar, da der Weg, den das Tier bis in die Stendaler Innenstadt genommen hat, nicht bekannt ist. Sorge gab es gestern von Seiten des Landkreises, weil das Tier für kurze Zeit in einem Zwinger im Tiergarten gehalten wurde. Allerdings wird der Zwinger nicht für weitere Tiere genutzt.

(Ursprüngliche Nachricht vom 11. Dezember 2015): Ganz gemächlich ist er gestern auf die Kasse im Bekleidungsgeschäft „Gerry Weber“ zumarschiert, der Fuchs. Wie das wilde Tier dazu kam, längere Zeit die Breite Straße entlang zu flanieren, ist unklar.

Auffallend war seine Gelassenheit – weshalb die Leiterin des Tiergartens Stendal auch eine Krankheit für möglich hält.

Die Kunden des Bekleidungsgeschäftes zumindest fanden den Besuch des Fuchses so befreundlich wie amüsant. Eine Verkäuferin erzählt, dass er sich auch durchaus interessiert im Spiegel betrachtet habe. Menschen hätten ihn nicht aufgeschreckt, stattdessen schnupperte er an ihnen. Store-Managerin Cordula Leppert scherzte: „Wer Fuchs ist, kommt zu Gerry Weber.“ Zuvor hatte er beispielsweise auch an einer Gaststätte an der Tür geschnuppert.

Polizei und Ordnungsamt kamen hinzu. Sie schickten alle Kunden hinaus. Nachdem sie eine Transportbox organisiert hatten, lockten sie ihn hinein – mit einer Bockwurst von der Fleischerei nebenan.

Dass das Tier so zahm und gelassen wirkte, erstaunte Polizei, Kunden und Verkäufer nachhaltig: „Er kam mir fast ein wenig bekifft vor“, sagte eine Verkäuferin.

Normal findet auch Anne-Katrin Schulze, die Leiterin des Tiergartens, das Verhalten nicht. Sie machte sich gestern Sorgen. Das Tier zeige untypisches Verhalten. „Das Tier ist sehr jung, die Zähne sind gut“, aber es fresse nicht richtig und zeige Gleichgewichtsschwächen. Sie wollte den Fuchs gestern sobald wie möglich zum Tierarzt bringen.

Von Kai Hasse

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