Nachwuchsbauern machen sich in Iden fit fürs Bundesfinale in Rendsburg

„Frischer Wind“ landet im Boxenstopp der Kettensäge

46 Forst-, Land- und Tierwirte wollen Sachsen-Anhalt in Schleswig-Holstein vertreten. Der Wettkampf wird alle zwei Jahre ausgetragen. Zuletzt machten 10 000 junge Menschen mit. Fotos: Mahrhold

Iden. „Achtung!“ – schmissig hallt der Warnruf durch die Pflughalle im Idener Zentrum für Tierhaltung und Technik (ZTT). Als es gleich darauf heftigst knattert und kreischt, greifen sich selbst gestandene Kettensäge-Profis an die Ohren.

Der Pulk angehender Forstwirte ist akkurat in Boxenstopp-Laune, denn es ist Praxistest im Landjugend-Berufswettbewerb.

In signalfarbenen Schnittschutzhosen, Sicherheitsschuhen und Helmen mit Visier und Gehörschutz wirken die Nachwuchskräfte wie Formel-Eins-Piloten. Ähnlich schrill ist auch die Geräuschkulisse. „Du bis ja ein richtiger kleiner Zeitkünstler“, lobt ein Prüfer den Sekunden-Auftritt seines Schützlings. Aus Forstbetriebsgemeinschaften, vom Waldzentrum Sachsen-Anhalt und aus dem Harz sind Forstfachleute in die Wische gereist, um das Kettensäge-Talent der Landjugend zu beurteilen. Stoppuhr, Zollstock und Schieblehre sind ihre Diagnosegeräte beim Blick auf stabile Kiefernholzstämme, die für diese Präzisionsschnitt-Aufgabe im Sand bereitliegen.

Ein paar Meter weiter vor der Halle weisen orange-weiße Pylone die Route durch einen speziellen Geschicklichkeits-Parcours. „Die Mädchen stellen sich besser an“, konstatiert der Zeit-Nehmer am Rande dieser filigranen Herausforderung für angehende Landwirte. Die sollen sich im Zweier-Team gegenseitig mit Fingerzeichen so klug anweisen, dass der Bottich auf der Palettengabel nichts vom 23 Zentimeter hoch stehenden Wasser einbüßt. Knackpunkt ist, dass die Palettengabel, auf der das Gefäß steht, vom Führerhaus nicht einzusehen ist.

46 Mädchen und Jungen zählt dieser Berufswettbewerb, der für Deutschlands Landjugend alle zwei Jahre ausgetragen wird. Im Wischedorf Iden messen sich die besten Nachwuchskräfte, die die Vorentscheide in Ausbildungszentren und Berufsschulen unter anderem in Salzwedel, Haldensleben und Wittenberg gewonnen haben. Die Sieger der seit Dienstag im ZTT laufenden „Berufsolympiade“ qualifizieren sich für den Bundesentscheid, der vom 1. bis 5. Juni in Rendsburg (Schleswig-Holstein) ausgetragen wird. In einem Vorbereitungscamp werden Sachsen-Anhalts beste Nachwuchsland- und -forstwirte vom 27. bis 30. April in Iden fit gemacht für das große Finale. Der Berufswettbewerb gilt als eines der größten Fort- und Weiterbildungsprojekte im agrarischen Spektrum Deutschlands. Aktuell läuft die 32. Auflage. Zuletzt machten 2013 insgesamt 10 000 junge Menschen aus der gesamten Bundesrepublik in den Sparten Land-, Tier-, Haus- und Forstwirtschaft sowie Weinbau mit. Der Wettbewerb steht unter dem Motto „Grüne Berufe sind voller Leben – Nachwuchs bringt frischen Wind“. Träger sind der Bauernverband, der Landjugend-Bund, der Landfrauen-Verband und die Schorlemmer-Stiftung.

Von Antje Mahrhold

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