Kaum Auflagen für Künstler in der Innenstadt / Stadt greift nur bei Beschwerden durch

Freies Spiel für Straßenmusiker in Stendal

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Straßenmusiker wie diese sieht man in der Breiten Straße gerade in den Sommermonaten häufiger. In der Rolandstadt gibt es kaum Auflagen für die Künstler. Die Verwaltung greift nur bei Beschwerden ein.

Stendal. Gerade in den Sommermonaten sorgen sie häufig für eine angenehme Klangkulisse in den Innenstädten. Auch in der Rolandstadt sind sie oft zu Gast, mal alleine, oft auch als Duo oder Trio.

Wenn sie ihre Instrumente beherrschen, können Straßenmusiker die Aufenthaltsqualität in Fußgängerzonen deutlich steigern. Das ist auch ein Grund, warum die Stadtverwaltung in den meisten Fällen keine Probleme mit den Musikern auf Durchreise hat.

„Es gibt nahezu keine Auflagen für Straßenmusiker hier“, sagt Stadtsprecher Klaus Ortmann auf AZ-Anfrage. „Wenn da jemand eine Mütze vor sich liegen hat, in die Passanten Geld werfen können, ist das nicht genehmigungspflichtig.“ Eine entsprechende Satzung würde dies ausdrücklich erlauben.

Die rechtlichen Auflagen für Straßenmusiker können regional sehr unterschiedlich sein. In Großstädten wie München zum Beispiel haben die Künstler ein schwereres Los. Dort wird nicht nur eine Spielgenehmigung in Höhe von zehn Euro verlangt, wie die Münchener Stadt-Information auf ihrer Internetpräsenz verrät. Zusätzlich müssen dort die Musiker einmal pro Stunde ihren Standort wechseln, dürfen maximal zweimal pro Woche auftreten und müssen vor jedem Auftritt in der Stadt-Information vorspielen. Ein Modell auch für Stendal? „So etwas ist bei uns in keiner Weise geplant“, so der Stadtsprecher, „wenn ein Musiker Beethovens neunte Symphonie nicht perfekt beherrscht, ist das nicht weiter tragisch.“

Lediglich, wenn es Beschwerden seitens der Passanten oder der Geschäftsinhaber an der Breiten Straße gebe, werde die Verwaltung „einwirken“ und gegebenenfalls den Auftritt beenden. Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings für die musizierenden Künstler. „Tontechnik wie Verstärker oder Boxenanlagen sind natürlich nicht erlaubt.“ Erlaubt sind nur die Klänge, die Musiker und Instrument ohne elektronische Hilfsmittel produzieren können. Ortmann sind einige der Künstler bereits bekannt. „Da gibt es welche, die schon seit Jahren immer wieder zu uns kommen.“ Außerdem dürfen nicht einfach Tonträger wie CDs oder andere Dinge verkauft werden. Dafür ist bei der Stadt eine ordnungsgemäße Anmeldung nötig.

Ihren Standort müssen die Hobbymusiker in der Rolandstadt nicht verlagern, können dies natürlich aber freiwillig tun. Dass man sich in der Verwaltung keine Sorgen um die fahrenden Musikusse macht, hängt auch mit deren Anzahl in der Innenstadt zusammen. „Es hält sich vom Umfang ja auch in Grenzen“, schätzt Ortmann die Situation ein, „und wenn sich die Zahl der Künstler nicht rapide erhöht, ist alles gut.“ So können Passanten auch weiterhin die Musik beim Bummeln genießen.

Von Mike Höpfner

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