Dr. Cora Stephan schreibt wieder: Gänsehaut bei der Lesung in Stendal

Fortsetzung ihres Margo-Romans: „Für mich eine Herzensangelegenheit“

Stendal. Die Überraschung des Abends: Es gibt in gut zwei Jahren ein Wiedersehen mit Dr. Cora Stephan in Stendal. Die Autorin, die mit ihrem Roman „Ab heute heiße ich Margo“ nicht nur in der Rolandstadt einen Volltreffer gelandet hat, arbeitet an einer Fortsetzung.

Sie verriet bei einer Lesung am Freitagabend, dass der zweite Teil voraussichtlich „Margos Töchter“ heißen werde und die schicksalsbepackten Lebenswege von Emma und Leonore beleuchte. Dass gerade Stendaler zu Margo-Fans geworden sind und weiter werden können, hat einen guten Grund. Ist doch ein Teil der knapp 640 Seiten starken Geschichte dort angesiedelt.

Aufgrund des enormen Interesses ihrer Kunden kümmerte sich Susanne Malzahn, Inhaberin der Buchhandlung Genz, um einen Lesetermin. Da die Veranstaltung rasch ausverkauft gewesen ist, war die Autorin bereit, am Sonnabend eine weitere Lesung abzuhalten. Die Hessin arbeitet seit mehr als 30 Jahren als freie Autorin, schreibt Kritiken, Kolumnen, Sachbücher und Krimis, einige davon sind preisgekrönt. Der Margo-Roman „war für mich eine Herzensangelegenheit“, sagte die 65-Jährige. „Ein Autor schreibt nicht für sich, sondern für andere. Daher freue ich mich, dass Ihnen die Geschichte so gefällt.“

Der Roman erzählt Zeitgeschichte als Familiengeschichte. Zwei Frauen, zwei Töchter, zwei Kriege, zweimal Deutschland – dennoch ein gemeinsames Schicksal. Die junge Margo, eigentlich Margarete, wächst in den 1930er-Jahren an der Stendaler Blumenthalstraße auf, hat eine jüngere Schwester mit Namen Gerda und einen strengen Vater. Die Autorin hat mit ihrer Margo ein Lebensgefühl der damaligen Zeit festgehalten und scheinbar genau getroffen.

Denn es meldete sich bei der Lesung im „KaffeeKult“ eine ältere Dame zu Wort: „Als ich die ersten sechs Seiten ihres Buches gelesen habe, musste ich es gleich zur Seite legen. Ich habe mich gefragt, wer kennt denn da unsere Familie?“ Sie sei Stendalerin, heiße Gerda, sei auch die zweitgeborene Tochter und habe an der Blumenthalstraße gewohnt. Ebenso gleich, der sehr gestrenge Vater und der unterschwellige Vorwurf, dass auch das zweite Kind „nur“ ein Mädchen geworden sei. Gerda im Roman pflegt die Mutter bis zu deren Tod. Eine weitere Parallele zur Gerda aus Stendal. Genau dies habe sie erreichen wollen, dass sich die Leser in ihrem Werk wiederfinden, erläuterte Stephan. Dass dies so gelingt, verblüffte auch die Autorin. Sie freue sich auf ein Wiedersehen.

Von Marco Hertzfeld

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