Stendaler kritisieren Kreiskonzept für Flüchtlingsversorgung

Flüchtlings-Plan des Kreises in der Kritik

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(Symbolfoto)

Stendal. Bei der Versorgung von Flüchtlingen soll die Stadt Stendal nicht alleine stehen. Das meinen Räte der Hansestadt, die einen Katalog für die Betreuung von Flüchtlingen kritisieren.

Anlass des Unmutes sind beispielsweise die medizinische und pädagogische Betreuung von Flüchtlingen, ein entsprechendes Papier dazu wurde im Landkreis zusammengestellt. Zu unkonkret sei das Werk, meinen die Stadträte.

So trage Stendal die Hauptlast an der Versorgung – auch finanziell. Das moniert etwa der Linken-Stadtrat Sven Meineke zum Punkt der Einrichtung von Kita-Plätzen. Flüchtlingskinder im Kita-Alter – erwartet werden 60 – sollen nach dem bisherigen Plan des Landkreises zentral in Stendal betreut werden. Dafür sollen Container bei den Kitas „Regenbogenland“ und „Märchenland“ eingerichtet werden. Die Kosten dafür könnten sich, so erfragte es Reiner Instenberg (SPD) von der Stadt, auf etwa 500 000 Euro belaufen. Im Kreiskonzept steht dazu, dass ein Defizit die Hansestadt tragen müsse. Sven Meineke: „Es kann nicht sein, dass der Kreis die Kosten auf die Stadt abwälzt.“ Unterstützung müsse es auch durch die anderen Kommunen im Kreis geben. Auch Instenberg stützt diese Ansicht.

Noch ein Kritikpunkt: Für Flüchtlingskinder soll laut Kreiskonzept eine Sprechstunde in der Johanniter-Klinik eingerichtet werden. SPD-Stadtrat Dr. Herbert Wollmann hakte nach. Ergebnis: Die Johanniter lehnen ab, denn man könne, so Wollmann, nicht für Flüchtlingskinder eine Sprechstunde einrichten – ohne eine für einheimische Kinder zu haben. Zudem reiche das Personal nicht.

Stadtsprecher Klaus Ortmann bekräftigte, dass die Stadt nicht als finanzieller Hauptträger der Flüchtlingsbetreuung infrage kommt. Kreissprecher Edgar Kraul stellte klar, dass das strittige Papier nochmals in den Kreis-Ausschüssen beraten wird.

Von Kai Hasse

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