Bei großer Gala des Sports kommen die Rocchigiani-Brüder und Ulli Wegner

Fliegende Fäuste für die Boxjugend

+
Rico Festerling und Christoph Schlender präsentierten ihren Plan für die Box-Gala am 31. Oktober im „Schwarzen Adler“. Zugunsten der Box-Jugend steigen dann viele Sportler in den Ring. Fotos: Hasse/dpa

Stendal. Wenn Rico Festerling durch den Festsaal des Hotels „Schwarzer Adler“ geht, umweht ihn Boxgeschichte: Hier, in diesem Saal, haben einst die Stendaler Boxer, die die Hansestadt in dem Kampfsport zur „Macht“ machten, die Fäuste geschwungen.

Darunter der größte Boxer der deutschen Geschichte: „Es lässt sich nicht nachprüfen“, sagt Festerling, „aber es gibt immer wieder Stimmen die sagen, dass Max Schmeling hier mal geboxt hat“, sagt er. Es hängt also Nostalgie aus alten Boxer-Zeiten in der Luft. Das war mal. Und das soll wieder so sein – am Sonnabend, 31. Oktober bei der Box-Gala des Box-Clubs Altmark-Stendal.

Festerling, Präsident der Clubs, und der Vorsitzende Christoph Schlender sind in der Vorbereitung auf die Gala ziemlich aufgeregt. Kein Wunder: Die Brüder Ralf und Graciano Rocchigiani sollen kommen. Beide waren Weltmeister im Boxen, und besonders Graciano, oder „Rocky“, wurden weltbekannt. Die beiden sowie der ehemalige Boxtrainer Ulli Wegner sind die Star-Gäste bei der Box-Gala. Und ganz Stendal ist auch eingeladen. Das erklärte Ziel: Festerling, Schlender und ihr ganzer Boxclub wollen den Boxsport in der Altmark wieder aufleben lassen. Und das Geld, das durch den Eintritt reinkommt, soll der Boxjugend des Clubs zugute kommen.

Die Jugendlichen selbst sollen bereits am Nachmittag ab 12 Uhr zeigen, was sie können, und sie sollen sich mit anderen messen, einige andere Vereine sind eingeladen. Das Programm wird ein bunter Mix: Neben den Kämpfen der Jugendlichen sind mehrere Kämpfe bei der Hauptveranstaltung am Abend gesetzt, auch zwei Frauen werden dann bei einem Kampf im Ring stehen. Eine Bigbang ist geplant, eine Sängerin engagiert, es soll Interviews geben mit Trainerlegende Wegner und den beiden Rocchigianis, die – leider – nicht selbst in den Ring steigen werden. Ein Boxsport-Liebhaber hat dem Club alte Plakate zu Box-Begegnungen zur Verfügung gestellt, und es soll Filme über alte Box-Begegnungen geben. Zu den bekannten Boxern, die antreten werden, gehört beispielsweise auch Theo Krechok, Juniorenweltmeister von 2009. Wenn wer zu sehr was auf die Glocke bekommen hat, stehen Ringärzte parat – darunter auch Stadtrat Dr. Herbert Wollmann.

Festerling, der Präsident des Vereins, muss sich derzeit um einige Tausend Dinge einen Kopf machen: Der Boxring wird direkt im Festsaal des Schwarzen Adlers in Stendal aufgebaut, wie in vergangenen Jahrzehnten des Stendaler Box-Ruhms. Stimmt das Licht? Oder werden die Boxer geblendet? Liegt die Einlaufmusik der Boxer bereit? Klappt der Zeitplan? Passt das Programm?

Gerade ein gutes halbes Jahr ist es her, dass sich der Box-Club aus einer ehemaligen Sparte von Lok Stendal geformt hat. Dann überrollte die Boxer eine Glückssträne, über die sie selbst staunen: Bei den Landesmeisterschaften schnitten sie am besten ab, und Trainerlegende Ulli Wegner wurde auf den Club aufmerksam, besuchte Stendal zwei Mal. Gerade die Stendaler Peter Güssau oder Siegfried Wille haben dabei geholfen.

Von Kai Hasse

Kommentare