Feuerwehrmann bei Hochwasser in Schwäbisch Gmünd gestorben

„Wir müssen etwas machen“ – Fischbeck sammelt für toten Helden

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In dieser Unterführung starb der Mann, für dessen Familie die Fischbecker nun die Trommel rühren.

Fischbeck. Das Hochwasser 2013 steckt den Fischbeckern noch in den Knochen: Der Deich brach, es gab riesige Schäden. Die Feuerwehr war in der ersten Reihe der Helfer.

Nun versetzt der Tod eines schwäbischen Feuerwehrmannes bei einem Rettungseinsatz während einer Flut viele Fischbecker und Schönhausener Nachbarn in Bewegung. Sie rufen auf zur Spende für die Familie des Mannes.

Was war passiert: Am 29. Mai 2016 gingen sintflutartige Regenfälle über Schwäbisch Gmünd nieder. In einer überfluteten Unterführung geriet ein 21-Jähriger über einem Schacht in einen Sog, der ihn unter Wasser zerrte. Der Feuerwehrmann, Benjamin Florian Schlenker, 38, verheiratet, drei Söhne, wollte den Mann retten. Und geriet selbst unrettbar in den Sog. Er starb mit dem 21-Jährigen. Bei seiner Trauerfeier kamen 2000 Menschen. Stadtbrandmeister Ralf Schamberger schwor: Die Familie dürfe sich von der Feuerwehrfamilie ewig umsorgt fühlen. Schlenker starb, so der Konsens, den Heldentod.

Nun sammelt Fischbeck für diesen Mann. „Wir müssen etwas machen!“, sagten sich die Ostelbier in Vereinen und in der Feuerwehr. „Viele von uns haben ihr Hab und Gut verloren“, so ein Rundschreiben. „Angewiesen auf die Hilfen und Spenden anderer, ist uns das Gefühl der Hilflosigkeit nur zu gut bekannt.“ Bereits jetzt ist eine vierstellige Summe zusammengekommen, die persönlich überreicht werden soll. Weiteres Geld soll eingehen auf ein Konto, dass die Feuerwehr Gmünd unter www.schwaebisch-gmuend.de/5713-Feuerwehr veröffentlicht hat. Fragen können auch an die Organisatorin Kathrin Köppe unter 0173-873 95 34 gehen. Ralf Schamberger, der Feuerwehrchef in Gmünd, ist heute noch betroffen von dem Tod seines Mannes. Er sagt: „Es ist zwar schon viel Geld, das eingegangen ist, aber jeder Euro tut gut.“

Von Kai Hasse

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