Von der Altmark nach Pamir

Feuerwehrauto aus Arneburg-Goldbeck soll in Tadschikistan Menschenleben retten

+
Kürzlich übergab Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeinde-Bürgermeister Eike Trumpf das Feuerwehrfahrzeug für Tadschikistan symbolisch an Matthias Poeschl und dessen Vater Klaus.

Arneburg / Duschanbe. Von der Altmark nach Tadschikistan. Diese lange Reise wird demnächst ein ausgesondertes, aber noch voll funktionsfähiges Feuerwehrauto aus der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck antreten.

Wie berichtet, hatten sich unter anderem die Mitglieder des Arneburger Stadtrates mit dieser Idee am Ende des vergangenen Jahres beschäftigt.

„Das Fahrzeug soll im Pamir-Gebirge eingesetzt werden“, berichtet Matthias Poeschel, der den Kontakt zu einer dort tätigen Hilfs-Organisation namens „FOCUS“ vermittelt hat. „Es wird bei dem Team von ‘Search and Rescue‘ (Suchen und Retten) eingesetzt werden. Im Herbst 2015 gab es ein starkes Beben in Afghanistan, welches auch erhebliche Schäden in Tadschikistan angerichtet hat“, erläutert er.

Dieses Fahrzeug wird dann im Bedarfsfall das notwendige Equipment für „Bergen und Retten“ bei solchen Katastrophen in die Region bringen. „Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck spendet das Fahrzeug, als Beitrag zum Katastrophenschutz im Pamir: Von den Hochwasserschutzexperten an die Erdbeben- und Schlammlawinenexperten“, sagt Poeschel.

Moment laufe eine Aktion, das Fahrzeug mit ausgemusterten Equipment zu bestücken, keine Feuerwehrausrüstungen, sondern entsprechende Ausrüstung zum Bergen und Retten. Losgehen soll es dann im September. Für die rund 6000 Kilometer lange Tour seien rund zwei bis drei Wochen zu veranschlagen. Poeschels Vater Klaus wird den Transport begleiten. Es kann sein, dass das Fahrzeug auch verladen (Schiene oder Lastwagen) und gar nicht selbst gefahren wird.

„Momentan sind wir in der Abstimmung, was der beste Weg ist, den Wagen nach Tadschikistan zu bringen. Das hängt von Zollfragen hab, da ja einige Grenzen zu überqueren sind“, erläutert Matthias Poeschel. Der gebürtige Ascherslebener war einige Jahre lang im Tourismusmarketing in Sachsen-Anhalt tätig. Aus dieser Zeit stammt der Kontakt zur Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck und Bürgermeister Eike Trumpf. Später zog es Poeschl in das mittelasiatische Land, in dem er nicht nur Tourismusprojekte betreut, sondern auch Kontakte zur (alten) Heimat knüpft. So kam 2014 eine Exkursion der Aga Khan Foundation Tadschikistan in die Altmark zustande, um unter anderem einen Einblick in kommunale Strukturen zu erhalten (AZ berichtete). Dabei wurde auch die Feuerwehr besucht, wobei die Idee keimte, das in alte Fahrzeug in Tadschikistan weiter zu nutzen.

Von Christian Wohlt

Kommentare