Training für „Tag X“ / 800 Sandsäcke zu einer Quellkade verbaut

Feuerwehr und THW verteidigen den Deich

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Insgesamt nahmen 40 Männer und Frauen der Feuerwehren Stendal und Wahrburg sowie des Technischen Hilfswerkes (THW) am Trainingstag teil. Auf der Tagesordnung stand die Deichverteidigung in Theorie und Praxis.

Stendal. Vielen ist der jüngste, echte Ernstfall noch sehr präsent. Das Juni-Hochwasser 2013 ist nun knapp drei Jahre her und in die Katas-trophengeschichte der östlichen Altmark und weiterer Teile jener Regionen, die an der Elbe liegen, eingegangen.

Rund 800 Sandsäcke wurden auf dem THW-Gelände an der Gardelegener Straße in Stendal zu Übungszwecken verbaut.

Viele Ehrenamtliche waren damals für andere rund um die Uhr im Einsatz. Um für den „Tag X“ gewappnet zu sein, probten jetzt 40 Männer und Frauen der Feuerwehr Stendal mit Ortswehr Wahrburg sowie mit Kräften des Technischen Hilfswerkes (THW) den Ernstfall. Das THW-Gelände an der Gardelegener Straße wurde unter Leitung von Andreas Levin, Zugführer des THW-Ortsverbandes Stendal, zum Trainingsort für die Deichverteidigung.

Levin hatte im Jahr 2014 einen Lehrgang zum Hochwasserschutz und zur Deichverteidigung an der THW-Bundesschule in Hoya besucht. Das dort erworbene Wissen gab er in Theorie und Praxis weiter mit dem Ziel, dass die Freiwilligen den Ernstfall auch in ihren Wehren weiter proben. Im Rahmen der Theorie wurden Grundlagen zum Aufbau eines Deiches, verschiedene Schäden am Deich und Möglichkeiten der Schadensbekämpfung vermittelt. „Im praktischen Teil haben wir als Erstes das zügige und koordinierte Befüllen und Stapeln von Sandsäcken trainiert“, berichtet der Übungsleiter. 800 Sandsäcke wurden gefüllt und etwa 15 Tonnen Kies verbraucht.

Mit einer sogenannten Auflast wird verhindert, dass bei einem durchweichten Deich die Grasnarbe auf der Landseite abrutscht.

Anschließend wurden die Sandsäcke zu einer sogenannten Quellkade verbaut. „Eine Quellkade kommt zum Einsatz, wenn am Deich eine punktförmige Quelle auf der Landseite entdeckt wird“, erklärt Levin. Damit werde ein hydraulischer Gegendruck erzeugt, der dafür sorgt, das kein Sediment aus dem Deichkörper ausgetragen wird.

Die dritte praktische Übung bestand darin, eine Auflast zu bauen. Damit soll verhindert werden, dass bei einem durchweichten Deich die Grasnarbe auf der Landseite abrutscht.

Von Alexander Postolache

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