Denny H., der zehn Jahre lang in der Stendaler Klinik arbeitete, muss für drei Jahre ins Gefängnis

Falscher Aida-Arzt verurteilt

+
Denny H. im Landgericht Berlin: Der falsche Aida-Arzt wird wohl nie wieder im Gesundheitsbereich arbeiten.

mei Berlin / Stendal. Der falsche Aida-Arzt Denny H. (41) ist am Montag in Berlin-Moabit zu drei Jahren Haft unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrugs und Titelmissbrauchs verurteilt worden.

Der gelernte Krankenpfleger hatte ab April 2014 auf dem Kreuzfahrtschiff 1221 Mal Patienten behandelt und sich insgesamt fünf Jahre lang als Anästhesist und Intensivmediziner ausgegeben. Unter anderem führte Denny H. 41 Narkosen durch. Vor seiner Tätigkeit auf der Aida hatte er sich mit gefälschten Dokumenten eine Anstellung bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation und als Dozent erschlichen. Zum Prozessauftakt am 14. Juli legte er ein Geständnis ab (AZ berichtete). Er wolle sich „aufrichtig bei den Menschen entschuldigen“, deren Vertrauen er missbraucht habe, sagte Denny H. Und: Er habe niemandem schaden, sondern vielmehr helfen wollen.

Der heute 41-Jährige war in Stendal zum Krankenpfleger ausgebildet worden, legte 1999 sein Examen ab. Zehn Jahre lang hatte er auf der Intensivstation der Stendaler Klinik gearbeitet.

Als falscher Arzt verdiente H. circa. 400 000 Euro. Nach Angaben seines Anwaltes habe es nie Beschwerden darüber gegeben, dass er als „Arzt“ Fehler gemacht habe.

Kommentare