Bundesweites Interesse an Lüdelsener Problem-Fisch

Wer fängt den Monster-Wels aus Lüdelsen?

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Dennis Linke (v.l.), Simon Reinke, Sebastian Berger und Daniel Tautorat aus Celle gingen am Lüdelsener See auf Wels-Jagd.

Lüdelsen. Dass der Riesenwels aus dem Lüdelsener See so große Aufmerksamkeit erregt, damit hätte Angelvereinsvorsitzender Klaus-Peter Schweigel nicht gerechnet.

Der Angelhaken, der für den Wels gedacht ist, erscheint im Gegensatz zu einem normalen Raubfischhaken riesig. Daran befestigt das vierköpfige Anglerteam beispielsweise Köderfisch oder Schweineleber.

Sogar Fernsehsender berichteten vor Ort von dem Raubfisch, der seit 30 Jahren in dem Gewässer lebt, jagt und die Lüdelsener Angler zur Verzweiflung bringt. In ganz Deutschland wurden Fischfreunde auf das Tier aufmerksam. Und kommen jetzt nach Lüdelsen. „Mich hat vor kurzem jemand aus Hannover angerufen. Er hat uns kostenlos Kapseln geschickt, die den Wels im Wasser anlocken“, erzählt Schweigel. Die hat er gleich an eine vierköpfige Anglertruppe weiterverschenkt. Die „Fishing Fingers“, bestehend aus Sebastian, Dennis, Simon und Daniel, kommen aus Celle. Sie hatten von dem Ungetüm gehört und sind entschlossen, dem Wels-Fluch ein Ende zu bereiten. „Wir haben uns auf Raubfische spezialisiert“, erklärt Simon Reinke im Gespräch mit der AZ. Auch Welse haben sie schon gefangen, aber noch nie einen in der Größenordnung des Lüdelsener Riesens. „Wenn die Fishing Fingers den Wels fangen, wäre das eine tolle Werbung für uns“, hoffen sie.

Großer Wels, besondere Köder: Schweineleber und ein Köderfisch.

Als Köder setzen die junge Männer zwischen 25 und 32 Jahren beispielsweise auf Schweineleber und Kalamaris. Dennis Linke hat zirka 15 Regenwürmer an einem Haken befestigt. „Das bewegt sich“, sagt er, „darauf werden Welse schnell aufmerksam.“ Daniel Tautorat setzt derweil außerdem auf Köderfische wie Plötze oder Rotfeder. „Der beste Köderfisch kommt aus dem See, wo auch der Raubfisch selbst lebt“, heißt es. Ob die Angeltour wirklich von Erfolg gekrönt wird, entscheidet aber in erster Linie die Glücksfee, muss Simon ein wenig zerknirscht zugeben. „Wenn der sich einmal satt gefressen hat, liegt er gern zwei bis drei Tage nur auf dem Grund herum.“ Doch ihre Sachen packen sie auch nach einem erfolglosen Nachmittag nicht zusammen. „Die meisten Welse werden in den Abendstunden oder nachts gefangen“, hofft Reinke.

Sie halten sich bereit, falls das Monster doch noch anbeißt. Erst dann beginnt der eigentliche Kampf. „So schnell wird der sicher nicht müde, ein Stunde hätten wir wohl zu kämpfen“, schätzen sie. Wenn der Riese irgendwann müde ist, geht es für das Team ins Wasser, denn einer allein wird den 70-Kilo-Fisch kaum aus dem See ziehen können.

Falls sie den Wels noch fangen, schicken sie ein Foto, versprechen sie zum Abschied. Bisher kam kein Bild.

Aber: „Wer weiß, vielleicht kommen wir irgendwann nochmal wieder“, sagt Sebastian Berger, „wir sind, was unsere Angeltouren betrifft, relativ spontan.“

Von Melanie Friedrichs

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