Bauausschuss-Chef Dihlmann fordert bessere Kommunikation zum Thema Windpark

Erlöse aus Windenergie sollen transparent sein

Arneburg-Goldbeck. Drei schriftliche Kritiken gegen den neuen Wind-Plan der Verbandsgemeinde sind als amtlich eingereichte Einwände bis Anfang Mai in Arneburg-Goldbecks Verwaltung registriert worden.

Dies teilte der Berliner Stadtplaner Volker Herger am Dienstagabend im Bau-Ausschuss mit. So habe ein Anwohner moniert, dass er extra aufs Land gezogen sei, „um seine Ruhe zu haben“, aber nun stünden da Windräder in seinem Sichtfeld. Ein weiterer Kritiker führt den seiner Meinung nach zu geringen Abstand zwischen Rotoren und Wohnhäusern auf. Der dritte Einspruch will erreichen, dass das neu auszuweisende 119-Hektar-Windkraftgebiet Iden/Busch doch noch in den neuen Wind-Plan aufgenommen wird (siehe unten). Dem Entwurf stimmten im Februar nach einem Machtwort des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters elf von 15 Verbandsgemeinderäten zu. Das Gremium folgte damit der Argumentation von Eike Trumpf, wonach die Zeit dränge, weil sonst Investitionen in Gefahr seien.

Windkraft-Kritiker gebe es verstärkt auch in der größten Stadt der Verbandsgemeinde, wie Arneburgs Stadtratsmitglied Jörg Heiden (BI) zu bedenken gab. In seiner Funktion als Sachkundiger Einwohner im Gremium sprach er „Geräusche“ an, die in den Außenbereichen Arneburg für Anwohner „nicht unerheblich seien“. Heiden: „Deswegen haben wir uns dagegen ausgesprochen.“

Michael Dihlmann

Der Elbestädter plädiert in Sachen Windkraft für „mehr Bürgerbeteiligung“. Und rennt damit auch bei Planer Herger offene Türen ein. Als Beispiel verwies der Experte auf den Raum Uelzen, wo die Anwohner mit verbilligtem Strom ins Boot geholt wurden. Auch Ausschuss-Vorsitzender Michael Dihlmann empfiehlt, den Umgang mit der Bevölkerung künftig besser zu gestalten. „Es müsste transparenter gemacht werden, wo das Geld hin geht“, plädiert er für eine bessere Kommunikation der positiven Auswirkungen durch die Windräder in der Region.

Für die nahe Zukunft zeichnet sich ab, dass ältere Anlagen, die zu nahe an Häusern stehen, da sie den Abstand von 1000 Metern unterschreiten, bald verschwunden sind. „Windräder außerhalb der Eignungsflächen fallen in schätzungsweise zehn Jahren weg, wenn sie nicht mehr reparabel sind“, erklärt der Planer in Goldbeck.

Aktuell zählt die Verbandsgemeinde insgesamt 112 Anlagen in vier Windfarmen sowie an drei Kleinstandorten.

Von Antje Mahrhold

Chance durch Ausnahme für den Windpark Iden:

tje Iden/Osterburg. „Ihr müsst mit dem Osterburger Bürgermeister reden“, rät Stadtplaner Volker Herger den in den Startlöchern stehenden Investoren des Windparks Busch/Iden. Auf dem Weg dahin, das 119 Hektar große Areal in der Wische möglichst zeitnah als Eignungsfläche zur ökologische Stromproduktion neu auszuweisen, sei eine Ausnahmegenehmigung mit Hilfe einer Eigenverbrauchsanlage möglich. Diese Variante sei altmarkweit bislang in Tangeln und Osterburg umgesetzt worden. Voraussetzung sei, dass die Hälfte des Stroms regional verbraucht werde. Die Biesestadt habe dazu eine Vereinbarung mit den Osterburger Stadtwerken geschlossen, empfiehlt der Berliner den Kontakt zum Rathaus der Ex-Kreisstadt. „Die haben ein Schema, wie die das organisiert haben“, sagt Herger.

Bei aller Sympathie für den Vorschlag hat der Bau-Ausschussvorsitzende aber Zweifel. „In Iden gibt es schon eine Stromerzeugung“, verweist Michael Dihlmann auf die Strom und Wärme produzierende Biogas- und Holzhackschnitzelanlage des Bioenergiezentrums.

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