Besucherzahlen aus dem Ausland in diesem Jahr sprunghaft gestiegen

Erholung in der Altmark

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Radler lieben die Altmark. Insbesondere am Elberadweg herrscht in der Saison Hochbetrieb. Davon profitieren unter anderem auch die Fährbetreiber stromauf- und stromabwärts.

Halle/Altmark. Gute Nachricht für den Tourismus: Ausländer haben die Altmark offenbar als Reiseziel entdeckt.

Mandy Hodum, Geschäftsführerin des hiesigen Tourismusverbandes, musste sich die Augen reiben, als sie die jüngste Besucherstatistik des Statistischen Landesamtes las. Demnach ist die Zahl der ausländischen Gäste im Altmarkkreis Salzwedel von Januar bis Juli 2016 um satte 52,6 Prozent gestiegen. Im Landkreis Stendal betrug der Zuwachs ebenfalls stolze 39,7 Prozent.

Zum Vergleich: Landesweit wurde in dem Bereich lediglich ein Plus von 1,6 Prozent verzeichnet. Einen triftigen Anlass für diesen Boom vermag die Tourismusexpertin aktuell nicht zu benennen.

Mandy Hodum.

Weder ein international Aufsehen erregendes Ereignis, noch eine teure Werbekampagne, wie sie die Landesregierung derzeit für den Raum Wittenberg und das Luther-Jahr veranstaltet, locken die Gäste in den Norden des hiesigen Bundeslandes. „Offenbar zahlt sich unsere langfristige Strategie der drei Marketingsäulen Kultur, Natur und Aktiv nachhaltig aus“, freut sich Hodum. Damit werbe der Verband nicht nur im Inland, zum Beispiel auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB), sondern sei auch im Ausland auf Messen vertreten. Neben kulturinteressierten Städtereisenden (Thema Hanse) spreche man dabei insbesondere die Aktivtouristen, speziell die Radfahrer, an.

Dass die Holländer die Größten auf diesem Gebiet sind weiß jeder. Und so nehmen die Gäste aus dem westlichen Nachbarland auch Platz eins der ausländischen Gästeliste ein. Es folgen Besucher aus Polen, Dänemark, Italien und der Schweiz. Die absoluten Zahlen sind für die kleinste Tourismusregion Sachsen-Anhalts zwar vergleichsweise gering. Allerdings verzeichnete das größte und wichtigste Reisegebiet, der Harz, prozentual in diesem Bereich lediglich ein winziges Plus von 0,4 Prozent.

Positiv ist im Altmarkkreis mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent (Landeswert 2,5 Prozent) auch die Entwicklung der inländischen Gäste. Dass im Landkreis Stendal ein dickes Minus von 10,6 Prozent steht, überrascht nicht. „Im Jahr 2015 hatten wir hier, bedingt durch die BUGA, Zuwachsraten von zum Teil mehr als 20 Prozent“, weiß Hodum. Unter dem Strich sei, im Vergleich zum „Normaljahr 2014“, auch in der östlichen Altmark und im Raum Havelberg der in den vorigen Jahren zu verzeichnende kontinuierliche Aufwärtstrend ungebrochen.

Von Christian Wohlt

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