Erste Nierenverödung im Johanniter-Krankenhaus / Hilfe für Patienten, die unter schwerer Form der Volkskrankheit leiden

Erfolg mit neuer Methode gegen Bluthochdruck

Prof. Ulrich Nellessen (r.) und Dr. Nikolaos Kanagkinis stellten im November die neue Methode vor.
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Prof. Ulrich Nellessen (r.) und Dr. Nikolaos Kanagkinis stellten im November die neue Methode vor.

red Stendal. Die Nierennervenverödung mittels eines Katheters, der von der Leiste eingeführt wird, stellt seit wenigen Jahren eine neue Option bei der Behandlung des schweren Bluthochdrucks dar.

Nun erfolgte in der Kardiologischen Abteilung des Johanniter-Krankenhauses Stendal zum ersten Mal eine Verödung der Nierenarteriennerven mit dem Ziel, einen durch Medikamente nur unzureichend einstellbaren Bluthochdruck zu senken (die AZ berichtete).

Der rund einstündige Eingriff verlief ohne Komplikationen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Soweit dies bis heute beurteilt werden kann, konnte der Blutdruck deutlich gesenkt werden.“ Es handelte sich um eine 50-jährige Patientin aus dem Landkreis Stendal, die nach Angaben des Stendaler Krankenhauses bereits nach zwei Tagen wieder entlassen werden konnte.

Nerven, die im Innern der Nierenarterie verlaufen, haben einen Einfluss auf den Blutdruck des Menschen. Normalerweise wird bei zu hohem Blutdruck eine medikamentöse Behandlung eingeleitet. Es ist nicht ausgeschlossen, dass trotz dieser Medikamente der Blutdruck weiterhin erhöht ist und immer wieder stationäre Krankenhausaufenthalte erforderlich sind.

Seit wenigen Jahren gibt es eine neue Methode, diesen Bluthochdruck zu behandeln. An der Innenseite der Nierenarterie laufen Nervenfasern, die den Blutdruck steuern. Es ist nicht schwierig, dort einen speziellen Katheter einzulegen, der die Innenseite der Nierenarterien kurzzeitig punktuell erwärmt und damit zu einer Verödung dieser Nerven führt. Dieser Eingriff erfolgt im Herzkatheterlabor.

Normalerweise kann der Patient am nächsten Tag nach Hause gehen, eine Vollnarkose ist nicht erforderlich. Soviel man heute über diese neue Methode weiß, führt diese Behandlung bei zahlreichen Patienten zu einer Absenkung des Blutdrucks. Sie sollte jedoch nur bei Patienten durchgeführt werden, bei denen eine medikamentöse Therapie versagt. Erfahrungen mit dieser Methode bestehen seit etwa vier bis fünf Jahren, die Ergebnisse sind ermutigend.

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