Großstadt-Musical „Linie 1“ feiert mit jungem Club-Ensemble Premiere

Von Elend bis Dekadenz

+
Die Proben im Theater der Altmark laufen auf Hochtouren: Das Musical „Linie 1“, das im Jahr 1986 uraufgeführt wurde, feiert in Stendal nach einer Inszenierung im Jahr 2001 erneut Premiere und verspricht junge und lebendige Unterhaltung.

Stendal. Kann sich noch jemand an das Jahr 2001 erinnern, als das Musical „Linie 1“ einmal in Stendal inszeniert wurde? Damals standen sich, räumlich begrenzt, jugendliche Schauspieler, Musiker und ihr Publikum noch sehr nah.

Es beschlugen sogar die Schaufensterscheiben der „Kunstplatte“ an der Adolph-Menzel-Straße in Stendal-Stadtsee, dessen Verein damals produzierte.

An diese erfolgreiche darstellerische Zeit können sich auch heute, im Jahr 2016, zwei Männer noch besonders gut erinnern: Robert Grzywotz und Sebastian Socha waren dabei. Und sind es aktuell auch wieder. Socha, er spielte 2001 Trompete in der begleitenden Band, hat die musikalische Leitung übernommen und steht dirigierend hinter dem Notenpult. Grzywotz leitet auch dieses Mal die schauspielerischen Nachwuchstalente an, inszeniert das Stück.

Tonmeister Robert Beeskow sorgt für den richtigen Sound.

Viel Arbeit, Vorbereitung und Probenzeit stecken auch in der neuen Inszenierung. Jedoch kommt mit dem gegenwärtigen Ort der Aufführung ein gewisser Komfort hinzu. Das Theater der Altmark (TdA) an der Karlstraße verspricht angenehmere Temperaturen, guten Sound dank Tonmeister Robert Beeskow und vor allem mehr Platz für Schauspieler, Musiker und das Publikum. Der Komfort umfasst unter anderem aber auch die Ausstattung, um die sich Mark Späth kümmert. Für die Dramaturgie ist Annekatrin Schuch-Greiff verantwortlich.

Premiere ist am Freitag, 10. Juni. 25 junge Menschen machen junges Theater. Sie gehören dem Jugendclub des Hauses an. Wie vor 15 Jahren, setzt sich die begleitende, live spielende Band hauptsächlich aus Schülern der Musik- und Kunstschule zusammen.

Alle Aspekte der Gesellschaft im West-Berlin der 1980er Jahre werden in dem Stück abgebildet.

Auch wenn sich der Zahn der Zeit weitergedreht hat – die Probleme, die in dem Musical stecken, das im Berliner Grips-Theater am 30. April 1986 uraufgeführt wurde, lassen sich auf die heutige Zeit übertragen. Erwachsen werden, seinen Platz in der gar bunten Gesellschaft in einer fremden Stadt finden, in der Einsamkeit und Elend neben Reichtum und Dekadenz zu finden sind – „Linie 1“ bewegt.

Das engagierte, lebendige und junge Ensemble im Zusammenspiel mit den jungen Musikern, einem ansprechenden Bühnenbild und gutem Ton versprechen unterhaltsame Abende im TdA.

Von Alexander Postolache

Kommentare