„Sowas darf nicht mehr passieren“

Eingespartes Energie-Geld aus mildem Winter soll Schulen und Kitas zur Verfügung gestellt werden

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Mit dem Geld, das die Stadt im vergangenen Winter nicht für Energiekosten genutzt hat, sollen Grundschulen wie die am Petrikirchhof und Kitas unterstützt und saniert werden. So lautet ein Antrag der Stadtratsfraktion SPD, FDP, Piraten und Ortsteile.

Stendal. „Wir wollen eine Übersicht von allen Grundschulen in Stendal und ihren Bedarfen der vergangenen Jahre“, fordert Reiner Instenberg (SPD), Vorsitzender der Fraktion aus SPD, FDP, Piraten und Ortsteilen im Stadtrat.

Anhand dieser Übersicht soll dann, so Instenberg, eine Prioritätenliste aufgestellt werden, um die dortigen Baumängel zu beseitigen. Das nötige Geld dafür sieht der SPD-Politiker in den Einsparungen der Stadt in den Wintermonaten.

„Dafür haben wir ja im städtischen Bereich ein Energie-Gebäudemanagement um her-auszufinden, was in dem vergangenen milden Winter überhaupt eingespart worden ist“, so Instenberg im AZ-Gespräch. Baumängel an Schulen und Kitas gebe es in ausreichender Menge. In einem entsprechenden Antrag seiner Fraktion an die Stadtverwaltung führt er unter anderem die Grundschule Nord an. Dort seien neben einer undichten Stelle im Flachdach auch offene Schweißnähte im Fußboden oder Wasserablagerungen auf der öffentlichen Fläche vor der Schule instandzusetzen.

An der Grundschule Petrikirchhof moniert die Fraktion unter anderem die Anbindung der Sporthalle und des Hortes an die Brandschutzanlage und fordert eine malermäßige Instandsetzung der Klassenräume. Es gehe darum, dass Grundschulen und Kindertagesstätten nicht nur energetisch über Förderprogramme saniert, sondern die Klassenräume beispielsweise mit neuem Mobiliar ausgestattet werden. „Das sind natürlich nur Beispiele für die Dinge, die gemacht werden müssen. Erstmal muss ja unser Antrag in den Stadtrat eingebracht werden“, so Instenberg weiter.

In der Stadtverwaltung steht man diesem Antrag offen gegenüber. „Sicherlich sind Einsparungen eine Möglichkeit, woanders Geld auszugeben“, findet Stadtsprecher Klaus Ortmann. Eine Liste des eingesparten Geldes, also der im vergangenen Winter nicht verbrauchten Energie, müsse allerdings erst zusammengestellt werden. „Die Fachämter sind dabei“, berichtet Ortmann. Bereits im kommenden Hauptausschuss am Dienstag, 17. Mai, könne die Verwaltung darüber Aussagen treffen. „Also in der Zeit nach Pfingsten, spätestens aber in der nächsten Sitzung des Stadtrates am 30. Mai“, so der Stadtsprecher. Es gebe Listen, nach denen bestimmte Baumaßnahmen an Grundschulen und Kitas notwendig wären. Diese müssten aber seitens der Verwaltung nochmal genau geprüft werden. Das sei „noch sehr offen und vage“.

In punkto energetische Sanierung habe die Stadt zudem „so einiges auf der Agenda“. Zudem würden zurzeit auch aktuelle Unterhaltungsmaßnahmen stattfinden, so etwa an der Grundschule Nord, der Goetheschule oder den Tagesstätten „Mischka“ und „Nordspatzen“.

„Bei der Komarow-Sekundarschule gab es schon seit mehreren Jahren Beschwerden. So etwas darf und soll nicht mehr passieren. Wenn ein Schaden auftritt, muss sofort etwas getan werden“, fordert Reiner Instenberg.

Von Mike Höpfner

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