35-Jähriger erscheint nicht zur Verhandlung / Gericht verwirft Berufung

Drogen in den Knast geschmuggelt

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3,8 Gramm Marihuana, knapp 20 Gramm Haschisch, 3,4 Gramm Amphetamine und eine Ecstasy-Pille wurden in die Haftanstalt geschmuggelt. (Symbolfoto)

mih Stendal. Weil er sich während der Besuchszeit Cannabis, Haschisch, Amphetamine und eine Ecstasy-Pille in die Justizvollzugsanstalt (JVA) schmuggeln ließ, hat das Amtsgericht Burg einen mittlerweile 35-Jährigen zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

Der Angeklagte ging gegen dieses Urteil in Berufung, erschien jedoch nicht zum Termin. Daher beschloss die Berufungskammer unter Vorsitz von Richter Gundolf Rüge, die Berufung zu verwerfen. Damit bleibt es bei der ursprünglichen Strafe.

Aus dem Gericht

Zur Vorgeschichte: Der Angeklagte war wegen eines anderen Verbrechens im Februar 2014 in der Burger JVA inhaftiert. Am 25. Februar bekam er Besuch. Ein Mann und eine Frau – beide werden juristisch gesondert verfolgt – schmuggelten 3,8 Gramm Marihuana, knapp 20 Gramm Haschisch, 3,4 Gramm Amphetamine und eine Ecstasy-Pille in die Haftanstalt und übergaben sie dem Beschuldigten. Sie versteckten die Drogen in mehreren Luftballons.

Kurz darauf haben Justizbeamte die Drogen bei dem Mann sichergestellt, wie Dr. Michael Steenbuck, Sprecher des Landgerichts, auf AZ-Anfrage mitteilte. Zum Zeitpunkt der Anklage, am 19. September 2014, befand sich der Angeklagte im Landeskrankenhaus in Bernburg.

Erscheint der Angeklagte nicht zur Hauptverhandlung und hat auch keinen Vertreter benannt, können Richter die Berufung verwerfen. Ein Pflichtverteidiger, der keine entsprechende Vollmacht besitzt, zählt in diesem Fall nicht als Vertreter.

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