51-Jähriger wegen perfider Tat in Stendal verurteilt / Sicherungsverwahrung beantragt

Dreieinhalb Jahre Haft für sexuellen Missbrauch von Mädchen (11)

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Das Landgericht verurteilte einen 51-Jährigen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten.

Stendal. Für eine besonders perfide Tat auf der Behinderten-Toilette des Altmark-Forums hat das Stendaler Landgericht einen 51-jährigen Mann zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Mann war bereits einschlägig vorbestraft.

Dem vorbestraften Angeklagten wurde vorgeworfen, im November 2015 ein damals elfjähriges Mädchen schwer sexuell missbraucht zu haben. Die Jugendkammer unter dem Vorsitz von Richterin Elisabeth Nortmann befand weiterhin, dass für den 51-Jährigen im Anschluss an seine Haftstrafe die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung angeordnet werden soll.

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Gerichtssprechers Dr. Michael Steenbuck auf einer Behindertentoilette im Rolandstädter Altmark-Forum. Der Beschuldigte soll das im Dezember 2003 geborene Mädchen in eine Behindertentoilette im Altmark-Forum geführt haben. „Dort soll er das Kind entkleidet und es auf den Wickeltisch gelegt haben“, verliest Steenbuck die Anklageschrift, „dann habe er das Geschlechtsteil des Mädchens zunächst fotografiert und es dann mit seinen Fingern manipuliert.“ Zu allem Überfluss soll er der Minderjährigen daraufhin noch ein Liebesspielzeug vaginal eingeführt haben. Im Anschluss habe der 51-Jährige das Mädchen aufgefordert, sein Geschlechtsteil anzufassen. „Er habe sie auch aufgefordert, es in den Mund zu nehmen. Dies tat das Mädchen aber nicht“, so Steenbuck.

Die Sicherungsverwahrung ist ein juristisches Mittel, was nur in Härtefällen zum Tragen kommt. „Das ist schon ein richtig schwerer Junge“, so Steenbuck. Vor den Taten im November 2015 sei der Angeklagte in einer Uchtspringer Einrichtung untergebracht gewesen. Auch ist der nun verurteilte Mann einschlägig vorbestraft. Für diese Vergehen wurde er bereits seit den Achtzigerjahren bestraft. Nun ist eine weitere Tat hinzugekommen.

„Die Sicherungsverwahrung ist jedoch keine Frage der Schuld“, weiß Dr. Michael Steenbuck. Auch wenn der Beschuldigte sein Strafmaß von dreieinhalb Jahren hinter Gittern verbüßt hat, kommt er vorerst nicht auf freien Fuß. Juristisch gesehen ist er „zum Zeitpunkt der Verurteilung für die Allgemeinheit gefährlich“, so das Strafgesetzbuch. Ein weiterer Aspekt für eine Sicherungsverwahrung ist, wenn sich die Straftat „gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ der Geschädigten richtet. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Von Mike Höpfner

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