FSJ-ler aus Quedlinburg drehen jeden Stein um

Sanierung der Vollenschierer Kirchenmauer

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Die FSJ-ler mit ihrer Leiterin von der Jugendbauhütte Quedlinburg, Andrea Friedrich (r.), vor dem Tor der Kirchenmauer Vollenschier. Sie werden den örtlichen Förderverein für die Kirche unterstützen.

Vollenschier. Die Kirchenmauer im kleinen Stendaler Dorf Vollenschier soll wieder auf Vordermann gebracht werden. Helfen werden dabei mehr als 20 junge Menschen, die derzeit ein Freies Soziales Jahr bei der Jugendbauhütte Quedlinburg machen.

Bis zum 8. Juni werden sie somit dem Förderverein Vollenschierer Kirche unter die Arme greifen. Dabei werden sie Formsteine an einem abgelegenen Teil der Kirchenmauer abbauen und sie am vorderen, repräsentativen Teil der Mauer wieder einarbeiten.

Seit Jahren versucht der Verein, die alte Gutskirche, die malerisch am Ortsrand gelegen ist, zu erhalten. Das betrifft nun auch die Kirchenmauer. „Sie verfällt immer mehr“, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Thomas Rehbein. Die Kirche selbst könne das Geld für die Mauersanierung nicht aufbringen, und an dem Bauwerk bröckeln die Steine. Sie zu ersetzen, wäre teuer: Benötigte Formsteine würden pro Stück 20 bis 30 Euro kosten. Vor über einem Jahr hatte Rehbein das Vorhaben nun der Jugendbauhütte, einem Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, unterbreitet.

Die jungen Helfer, zwischen 16 und 26 Jahre alt, haben nun in Vollenschier ein Zeltlager aufgebaut. Darunter Lucemar Souza und Anna Preiß. Sie wollen Erfahrungen sammeln. Souza arbeitete sonst in einem Architekturbüro, Preiß will in der Denkmalpflege arbeiten. „Wir wollen Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsgebiete haben, ob in der Dokumentation oder in den Mauerarbeiten“, sagt Preiß, „und in unserem FSJ eine gemeinnützige Arbeit machen.“

Gruppen für das Kochen und die Dokumentation werden eingeteilt, die eigentlichen Mauerarbeiten sind Flickwerk: Aus versteckteren Mauerteilen werden die Ersatzteile für den vorderen Bereich gebrochen, dort werden sie originalgetreu eingebaut. Ersetzt werden die herausgebrochenen Steine im hinteren Bereich durch moderne Steine (zu etwa 75 Cent pro Stein). Stromanschluss und Zentrale sind im Leichenhaus. Bei der Einweisung darüber verziehen manche das Gesicht. Aber das Leichenhaus ist leer.

Von Kai Hasse

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