Bis 2030 etwa 29 000 Altmärker weniger / Trend: Leben in den Städten

Dorf ist nicht mehr gefragt

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Idylle hat auch ihre Schattenseiten: Menschenleer wird die Altmark zum Glück auch im Jahr 2030 nicht sein.

Magdeburg / Altmark. Im Jahr 2030 werden voraussichtlich (noch) rund 171 000 Menschen in der Altmark leben – 97 600 im Landkreis Stendal und 74 000 im Altmarkkreis Salzwedel. Derzeit leben im Norden Sachsen-Anhalts knapp 200 000 Menschen.

Das geht aus der Bevölkerungsprognose hervor, die Landesentwicklungsminister Thomas Webel (CDU) gestern vorstellte. Landesweit wird die Bevölkerungszahl von 2,2 auf 1,9 Millionen sinken.

Nur die beiden Großstädte verzeichnen laut Prognose ein Bevölkerungsplus, Magdeburg 3,8 Prozent, Halle 2,6 Prozent. Dagegen werden alle Landkreise zusammen 14,7 Prozent ihrer Einwohner verlieren. Die beiden Altmarkkreise rangieren mit minus 14,9 (Stendal) und minus 14,0 Prozent (Salzwedel) im Mittelfeld. Am stärksten wird sich der Schwund im Landkreis Mansfeld-Südharz (minus 19,1 Prozent) auswirken.

Die Entwicklung der Zuwanderung bleibt der größte Unsicherheitsfaktor der Prognose. Im Wanderungssaldo verzeichnete der Altmarkkreis im vergangenen Jahr ein leichtes Plus von 500 Personen. Im Landkreis Stendal kamen 700 mehr Menschen als fortzogen. Diese Ausnahmeentwicklung ist primär dem Flüchtlingszustrom geschuldet. Bereits in diesem Jahr dreht die Bilanz wieder ins Minus (126 Personen Salzwedel, 117 Stendal).

Auf dem Lande gehe der Trend in die kleinen und mittleren Städte, sagte Webel. Das Leben in kleinen Dörfern sei immer weniger gefragt. Das werde sich langfristig auf die Infrastruktur auswirken.

Von Christian Wohlt

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