„Die Strafe muss ein deutliches Signal sein“

Lauben-Nachbar mit Messer schwer verletzt: 52-Jähriger muss in Haft 

mih Stendal / Salzwedel. „Der Angeklagte hatte ein Messer dabei und war auch willens, dies zu benutzen.

Die Tat wiegt so schwer, dass die Strafe ein deutliches Signal sein muss“, begründet der Vorsitzende Richter Ulrich Galler sein Urteil gegen einen 52-jährigen Salzwedeler.

Aus dem Gericht

Der Angeklagte soll am 11. August 2015 gegen 1.30 Uhr mit einem messerähnlichen Gegenstand auf den Besitzer einer benachbarten Gartenlaube eingeschlagen und ihn dabei schwer verletzt haben. Wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minderschweren Fall verurteilte ihn die Große Strafkammer des Stendaler Landgerichtes gestern zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

„Der Angeklagte hat behauptet, nur mit dem Opfer sprechen zu wollen. Diese Einlassung halte ich für völlig widersinnig“, so Staatsanwältin Ramona Schlüter in ihrem Plädoyer. Der 52-Jährige hatte in seiner ersten Vernehmung behauptet, mit seinem Lauben-Nachbarn lediglich über die Unordnung auf dessen Parzelle sprechen zu wollen. Er habe jedoch nicht an die Tür der Laube geklopft, sondern eine Gasflasche geöffnet, um mit dem zischenden Geräusch die Aufmerksamkeit seines Nachbarn zu erlangen. Als jener Nachbar von innen die Tür öffnete, sei es zu einem Handgemenge und letzten Endes auch zu den Verletzungen des Geschädigten P. gekommen.

„Der Angeklagte wollte ihn in Angst und Schrecken versetzen mit der Absicht, dass P. vielleicht sogar die Laube aufgibt“, so Schlüter, die in ihrem Schlussantrag eine Haftstrafe von drei Jahren forderte. Für Verteidiger Carsten Meyer ein „deutlich überzogenes Strafmaß“. Auch Meyer räumte ein, dass das Verhalten seines Mandanten widersinnig gewesen sei. „Aber dass ein Mensch unter dem Einfluss von Alkohol auf so eine schwachsinnige Idee kommt, ist nachvollziehbar“, sagte Meyer. Das Messer habe der Angeklagte zufällig dabei gehabt, der Angriff gegen P. sei „aus einer präventiven Notwehrsituation heraus“ erfolgt. Er plädierte für eine Strafe von einem Jahr.

„Eigentlich ist das ein Tötungsverbrechen“, so Galler abschließend, „der erste Schlag gegen den Kopf hätte schon das Ende von Herrn P. sein können.“

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