Zwölf Migranten haben Deutschkurs an der VHS erfolgreich absolviert

Der Deutschkurs: „Der Schlüssel zur Integration“

+
Joanna Sannemann freut sich, den insgesamt zwölf Migranten aus dem „Deutschkurs für Flüchtlinge“ eine Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme überreichen zu können.

Stendal. „Heute ist ein besonderer Tag“, sagt Joanna Sannemann, denn die Leiterin der Städtischen Volkshochschule (VHS) kann zwölf Migranten eine ganz besondere Urkunde überreichen.

In über drei Monaten haben die Asylbewerber einen Sprachkurs für Flüchtlinge besucht, der sich vor allem auf die sprachliche und landeskundliche Erstorientierung konzentrierte. 16 Teilnehmer waren ursprünglich angemeldet, ein Dutzend konnten den Kurs erfolgreich abschließen.

„Die Volkshochschule ist eben nicht nur eine Bildungsstätte, sondern auch ein Ort, an dem Toleranz und Weltoffenheit praktiziert werden“, so Sannemann im AZ-Gespräch. Der Kurs erstreckte sich über 200 Unterrichtsstunden. Darin wurden den Ausländern Dinge wie erste Kontakte, Wohnen oder Einkaufen in einem für sie fremden Land vermittelt. Weitere Themen auf dem Stundenplan hatten die Orientierung vor Ort, Gesundheit, Behörden und lokale Besonderheiten als Inhalt.

„Ein Teilnehmer, der den Kurs abbrechen musste, hatte dafür einen besonders schönen Grund“, sagt die Leiterin der Einrichtung. Der junge Mann sei während des laufenden Kurses am Winckelmann-Gymnasium als Schüler in der Mittelstufe angenommen worden. Für Joanna Sannemann bleibt es nicht bei nur einem positiven Fazit. Die Leiterin steckt mitten in den Vorbereitungen für einen zweiten Kurs „Deutsch für Flüchtlinge“, der bereits am kommenden Montag, 28. September, starten soll. Mit 18 angemeldeten Teilnehmern ist die Resonanz größer als noch beim ersten Kurs dieser Art. „Die Teilnehmer kommen vorwiegend aus Afghanistan und aus Syrien“, verrät die VHS-Chefin. Sogar ein dritter Kurs ist in der Vorbereitungsphase. „Wegen der steigenden Flüchtlings- und Asylbewerberzahlen werden immer mehr Sprach- und Integrationskurse gebraucht“, findet Joanna Sannemann „und diese Kurse müssen möglichst bald nach der Ankunft der Menschen beginnen. Denn ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache sind der Schlüssel zur Integration.“ Sannemann ist gebürtige Polin und lebte viele Jahre dort, bevor sie nach Deutschland kam. Daher weiß sie um die Bedeutung von gegenseitiger Akzeptanz. „Toleranz muss immer auf beiden Seiten vorhanden sein. Die Menschen verschiedener Kulturen müssen lernen, miteinander zurechtzukommen.“

Von Mike Höpfner

Kommentare