Mattke: „Wir können und werden das Risiko nicht tragen“

Cont-Trans weist Vorwürfe zurück: „Halten uns an Recht und Gesetz“

+
Werbens Stadtarbeiter Fred Schulze (l.) und Andy Muxfeld schneiden in Räbel den Weg nach Berge frei, damit die Entsorgungsfahrzeuge zu zwei etwas abseits gelegenen Häusern gelangen und die Mülltonnen abholen können.

Arneburg-Goldbeck. „Wir werden nicht gegen Recht und Gesetz verstoßen“, macht Norman Mattke unmissverständlich deutlich.

Heißt: Wenn Straßen nicht für Fahrzeuge wie die der Entsorgungsfirma Cont-Trans zugelassen sind, wenn das Lichtraumprofil nicht ausreicht, „dann fahren wir da auch nicht durch“. Damit reagiert Mattke, Projektleiter Entsorgung bei der Cont-Trans, auf die Vorwürfe insbesondere aus der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck, der Entsorger würde die Gelben Tonnen nicht abfahren.

„Können nichts dafür, wenn die Verwaltung vier Wochen braucht“

Mit dem jetzt angebrachten Zusatzschild an der Räbelschen Dorfstraße hat die Cont-Trans beim Befahren Rechtssicherheit.

„Wir müssen und werden uns an Recht und Gesetz halten“ – dieser Satz gelte für alle Fälle, die derzeit heiß diskutiert werden. Die Goldbecker Feldstraße zum Beispiel. Seit behördlich angeordnet wurde, dass das Befahren für die Entsorgungsfahrzeuge möglich ist, würden die Tonnen auch abgeholt. Zweites Beispiel: die Räbeler Dorfstraße. „Wir können nichts dafür, wenn die Verwaltung vier Wochen braucht, um ein Schild anzubringen“, sagt Mattke. Vorher war die Straße auf 7,5 Tonnen begrenzt – die Müllautos wiegen 28 bis 32 Tonnen. „Es gibt auch keine anderen Lkw“, reagiert der Projektleiter auf die Kritik von Arneburg-Goldbecks Ordnungsamtsleiter Karsten Rottstädt. Der ist, wie berichtet, der Ansicht, dass der Entsorger seine Fahrzeuge der Infrastruktur anpassen müsse und nicht die Infrastruktur den Fahrzeugen anzugleichen sei.

„Wenn andere das gemacht haben, ist das deren Sache“

Das Argument, dass die Abfuhr der Tonnen 20 Jahre geklappt habe und nun auf einmal nicht mehr, lässt Mattke nicht gelten. „Wenn andere Firmen das gemacht haben, ist das deren Sache.“ Die Cont-Trans werde nicht gegen Gesetze verstoßen. Wenn in einer Tempo-30-Zone jahrelang 50 km/h gefahren werde, „bleibt das trotzdem ein Gesetzesverstoß und wird nicht legal, nur weil es lange so praktiziert wurde“.

„Wenn was passiert, ist das Geschrei groß“

„Wenn was passiert, ist das Geschrei groß“, sagt der Projektleiter und verweist auf die Tangerhütter Schulstraße. Dort sollten die Entsorgungsfahrzeuge mehr als 150 Meter rückwärts in die Straße einfahren, um die Tonnen abzuholen. „Wenn da ein Kind angefahren wird ...“

Auch einen anderen Aspekt führt Norman Mattke an: Die Cont-Trans-Fahrzeuge seien nicht versichert, wenn ein Schadensfall eintritt, der auf unrechtmäßigem Befahren einer Straße basiert.

Dass das Lichtraumprofil 3,80 bis vier Meter haben muss, „hat auch nicht die Cont-Trans erfunden“, so Mattke weiter. Seit seine Firma die Entsorgung übernommen hat – das war mit Jahresbeginn 2015 – melde man der Abfallentsorgungsgesellschaft ALS alle Straßen, die die Entsorgungsfahrzeuge nicht befahren dürfen, aber müssten, um die Tonnen abzuholen. Dann setze sich die Maschinerie in Gang.

So mussten in dieser Woche beispielsweise die Äste der Bäume am Plattenweg zwischen Räbel und Kannenberg beschnitten werden, damit die Entsorgungsfahrzeuge zwei abgelegene Häuser erreichen können.

Mattke abschließend: „Wir können und werden das Risiko nicht tragen und Straßen befahren, die für unsere Fahrzeuge nicht zugelassen sind.“

Von Ulrike Meineke

Kommentare