Schildbürgerstreich

Comedian Mario Barth nimmt Stendals Bahnhofstunnel aufs Korn

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Stendals nicht barrierefreier, nagelneuer Bahnhofstunnel hat bei „Mario Barth deckt auf“ traurige Berühmtheit erlangt.

Stendal. Die Rolandstadt oder vielmehr ihr neuer Bahnhofstunnel hat vorgestern Abend bundesweit traurige Berühmtheit erlangt: Comedian Mario Barth hat das 1,86 Millionen Euro teure und dafür nicht einmal barrierefreie Bauwerk arg aufs Korn genommen.

In seiner Sendung „Mario Barth deckt auf“ zeigt er, wie Senioren, die schlecht zu Fuß sind, oder Frauen mit Kinderwagen plötzlich vor Treppenstufen stehen.

Immer wieder schüttelt Mario Barth mit dem Kopf über diese Investition der Deutschen Bahn in Kooperation mit der Stadt und lässt auch Marcus Graubner vom Allgemeinen Behindertenverband zu Wort kommen: „Der Tunnel führt vor Stufen und hat die Barrierefreiheit nicht erreicht“, konstatiert Graubner.

Ein anderer Mann, dessen Name in „Mario Barth deckt auf“ nicht genannt wurde, erklärt, was passiert, wenn ein Gehbehinderter oder eben die Mutter mit dem Kinderwagen vor dem Tunnel steht: „Die müssen dann über die Lüderitzer Straße, die Magdeburger und die Bahnhofstraße, ich schätze, das sind so drei, 3,5 Kilometer“, beschreibt er den Weg, den der Gehandicapte dann nehmen müsse.

Der nagelneue Stendaler Bahnhofstunnel ist nun berühmt – vielleicht hat das auch etwas Positives, wenn der eine oder andere Fernseh-Zuschauer sich den 1,86 Millionen Euro teuren Schildbürgerstreich in Stendal mit eigenen Augen ansehen will und der Hansestadt ansonsten schöne Seiten abgewinnen kann ...

Von Ulrike Meineke

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