Ein Christ wird kein Muslim, aber...

Machen wir in Sachen Willkommenskultur für die Flüchtlinge wirklich alles richtig? In der ganzen Altmark finden sich Menschen zusammen, die den Neuankömmlingen helfen wollen.

Sie setzen sich zusammen und überlegen, was sie tun können. In vielen Orten gibt es aber auch Proteste, gehen die Menschen auf die Straße, weil sie Angst vor Überfremdung haben. Und das sind zum überwiegenden Teil eben keine Rechtsgesinnten.

Ulrike Meineke

Ist es zum Beispiel richtig, wenn die Flüchtlinge getrennt nach Männlein und Weiblein Deutsch-Unterricht bekommen? Wie in Tangerhütte zum Beispiel? Dort haben sich pensionierte Lehrer ein Herz gefasst und bringen Syrern und Afghanen Deutsch bei. Die männlichen Lehrer unterrichten die Väter und ihre Söhne, die Lehrerinnen die Mütter und ihre Töchter. Wir leben aber in Deutschland, in einem Land der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Was suggerieren wir den Neuankömmlingen mit solchen Aktionen? Dass wir ihre Kultur auch hier akzeptieren. Eine Kultur und eine Religion, in der die Frau weniger wert ist.

Genau das akzeptiert die Mehrheit der Menschen eben nicht. Wer in diesem Land leben möchte, muss auch Gleichberechtigung leben. Wenn ein deutscher Christ ein islamisches Land besucht, wird er nicht zum Muslim. Aber er respektiert die Kultur, verhüllt zum Beispiel Oberarme und Oberschenkel. Wandert ein Deutscher in ein islamisches Land aus, wird er auch nicht automatisch zum Muslim, aber er respekiert die Religion. Nichts anderes erwartet man in der Altmark von den Asylbewerbern. Wer in einem freien Land leben möchte, muss dessen Regeln befolgen. Und zwar ausnahmslos alle.

Deshalb ist es gut und richtig, dass die Sozialdemokraten kürzlich Auszüge des Grundgesetzes in deutsch-arabischer Übersetzung in die Landesaufnahmestelle nach Klietz gebracht haben. Diese Regeln muss jeder Flüchtling verinnerlichen.

Und wenn er Deutsch lernen will, dann so, wie das in Deutschland üblich ist: Gleichberechtigt. In dieser Frage darf es keine Sonderbehandlung geben und das hat auch überhaupt nichts damit zu tun, wie schlimm die Erlebnisse waren, die die Menschen zur Flucht aus ihrem Land bewogen haben.

Wenn wir das nicht konsequent und von Anfang an durchziehen, bekommen wir noch größere Probleme als wir jetzt schon haben.

Von Ulrike Meineke

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