Widerruf der Pensionsbezüge seitens der Sparkasse ist unzulässig / Weinkeller erneut im Fokus

Burmeister kann auf Rente hoffen

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Den Weinkeller unter dem Technikzentrum an der Arneburger Straße habe Dieter Burmeister nie genutzt, weder privat noch geschäftlich. Der Ex-Chef darf dafür aber auf die Zahlungen seiner Pensionsbezüge hoffen.

Stendal. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Dieter Burmeister kämpft derzeit vor dem Stendaler Landgericht um seine Pensionsbezüge. Bei einem gestrigen Termin konnte ihm die Vorsitzende Richterin Haide Sonnenberg dann ein wenig Hoffnung auf Erfolg machen.

Ein Widerruf der entsprechnden Versorgungszulage durch die Sparkasse sei unzulässig, so Sonnenberg. Die Kündigung Burmeisters erscheine nach vorläufiger Rechtseinschätzung aber gerechtfertigt.

Zwar habe es insbesondere im Baubereich Organisations- und Kontrolldefizite gegeben. Auch habe Dieter Burmeister seine Kompetenzen bei der Vergabe von Bauaufträgen überschritten. Aber bislang habe kein Zeuge bestätigt, dass die Prüfung des Baubereichs von Burmeister selbst untersagt oder verhindert wurde. „Das hätte einen teilweisen Widerruf der Versorgungszulage bedeuten können, ist aber bis jetzt nicht passiert“, erklärte Sonnenberg. Es handele sich hierbei aber ausdrücklich um eine vorläufige Einschätzung.

Sie riet dem Verteidiger der Kreissparkasse, Bernhard Steinkühler, weiter über eine mögliche Einigung nachzudenken. „Was die Versorgungszulage betrifft, wird die beklagte Partei relativ wenig Chancen haben“, sagte Sonnenberg über die Sparkasse. Steinkühler ziehe eine Einigung in Erwägung, könne sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht äußern.

Auch der Weinkeller unter dem Sparkassen-Technikzentrum an der Arneburger Straße war erneut ein Thema. „Da soll uns der Herr Burmeister mal sagen, welche Top-Kunden er dort empfangen hat“, forderte die Vorsitzende Richterin.

„Ich habe den Raum nie privat oder geschäftlich genutzt“, sagte Dieter Burmeister, „der Raum existierte nur zu dem Zweck, dort Wein für Kunden zu lagern.“ Burmeister habe dort nie einen Top-Kunden empfangen. Auch sei der Raum nicht für ihn, sondern für einen verstorbenen Mitarbeiter aus der Marketingabteilung gebaut worden. Durch dessen Tod habe die offizielle Einweihung nie stattgefunden. Daher hätten auch nur wenige Mitarbeiter von dem Weinkeller gewusst. „Es ist alles sehr unglücklich gelaufen“, so der ehemalige Vorstandsvorsitzende.

Zuletzt lagerten in dem Raum rund 200 Weinflaschen. Burmeister verwies auf den Marketingetat der Sparkasse von 500 000 Euro im Jahr. „Wenn wir mal eine Flasche Wein für sechs Euro kaufen, dann sind das insgesamt 1200 Euro, und wir haben eine halbe Million“, so Burmeister. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Mike Höpfner

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