Sparkasse lässt Becken außer Betrieb / Sprecher: Allzu oft zweckentfremdet / Pikantes Detail: Tafel nennt umstrittenen Ex-Banker

Burmeister-Brunnen: Wasserquelle bleibt versiegt

Dem Becken fehlt das Wasser, den Kindern das Vergnügen. Stiefel wären allerdings eh nicht erlaubt.

Stendal. Der Brunnen auf der Rückseite der Kreissparkasse an der Poststraße bleibt versiegt. Das Wasserspiel hatte seinen Reiz, insbesondere Kinder nutzten es im Sommer für eine kurze Erfrischung.

Bei so manchem Erwachsenen heißt das beckenförmige Objekt einfach nur Burmeister-Brunnen. Eine metallene Tafel weist nach wie vor auf den frühen Chef-Banker hin. Der Stendaler Sparkassenskandal ist noch immer nicht völlig aufgearbeitet. Der juristische Clinch um Dienstwagen, Weinkeller und fragwürdige Bauprojekte dauert bereits mehr als drei Jahre. Gut zwei Jahrzehnte stand der gebürtige Wendländer an der Spitze des Geldinstituts, 2012 ging er in den Ruhestand.

„Der Brunnen ist seit circa 2012 nicht mehr in Betrieb“, weiß Christian Johannsen, Mitarbeiter der Sparkasse, auf Anfrage der AZ. Inwieweit es zwischen Burmeisters Ausscheiden und dem Aus des Brunnens einen gewissen Zusammenhang gibt, kommentiert der Bereichsleiter für Marketing nicht. Symbolträchtig bleibt das Ganze allemal. Und für den Bürger auf der Straße bleibt Stoff zum Reden. Für die Sparkasse scheint der Fall klar: Das Wasserspiel sei allzu oft zweckentfremdet worden.

„Leider wurde der Brunnen auch gern zur körperlichen Hygiene genutzt.“ Johannsen nennt Zähneputzen als Beispiel. „Zum anderen haben wir Fälle von Vandalismus gehabt, zum Beispiel das Einstreuen von Waschmittel oder Fremdkörpern, welche zu einer Verstopfung geführt haben. Auch wurde öfter in den Brunnen uriniert. Zusätzlich sind wir auch unserer Verantwortung zur Verhütung von Unfällen nachgekommen, da es hier durch die polierte Fläche schnell zu Ausrutschern kam.“ Ob der Brunnen im Herzen der Stadt in absehbarer Zeit abgebaut wird, ist offen. Aktuell sei dies jedenfalls nicht geplant.

Von Marco Hertzfeld

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