Friedenspreisträger beharren auf provokantes Motto und nehmen nicht am Festumzug in Sangerhausen teil

Bundeswehr-Kritiker bleiben ohne Rosen

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Die BI „Offene Heide“ treibt es seit mehr als zwei Jahrzehnten auf die Straße.

Stendal. Die altmärkische Bürgerinitiative (BI) „Offene Heide“ darf sich nach eigenen Angaben nicht frei am Festumzug des Sachsen-Anhalt-Tages am Wochenende in der Rosenstadt Sangerhausen beteiligen.

Grund sei ihr Slogan „Bundeswehr trifft Menschen“, den die Militärgegner provokant in Anlehnung an den Slogan des Landesfestes „Sachsen-Anhalt trifft Rose“ formuliert haben. „Die Staatskanzlei hat ihn verboten. Wir sollen ein anderes Motto finden. Doch warum bitte?! Wir lassen uns nicht verbiegen und bleiben dann lieber fern“, sagt BI-Sprecher Helmut Adolf der AZ. Ihnen sei es somit nicht gestattet, dort öffentlich zu äußern, „dass die Armee Bundeswehr wie jede andere Armee zur Aufgabe hat, Menschen zu treffen“, heißt es schon in der Dankesrede zur Verleihung des Aachener Friedenspreises an die BI vor wenigen Tagen. Die Staatskanzlei hat auf eine Anfrage der AZ bislang noch nicht reagiert.

Die BI ist seit 23 Jahren aktiv und streitet für eine rein zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide. Ihr 280. „Friedensweg“ findet am 2. Oktober im Colbitzer Ortsteil Lindhorst statt und ist Teil eines Hoffestes zum „Tag der Regionen“. Die Friedenspreisträger aus der Altmark sind mit einem Stand vertreten. Treffpunkt ist um 11 Uhr in der Lindenstraße 17.

Von Marco Hertzfeld

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