4,8 Millionen Euro teures „Haus der Flüsse“ ist noch immer eine Baustelle

Buga-Blamage in Havelberg

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Alles fließt, heißt es. Nur im „Haus der Flüsse“ fließen noch keine Besucherströme.

Havelberg. Es sollte ein Schmuckstück zur Bundesgartenschau (Buga) werden, das „Haus der Flüsse“ in Havelberg. Mit Vorschusslorbeeren, Landes- und EU-Geld wurde nicht gespart.

Doch aus dem 4,8 Millionen Euro teuren Prestigeprojekt des Landes Sachsen-Anhalt wurde eine Blamage-Baustelle.

Während die Buga seit Wochen ein Gästemagnet ist, wird am „Natura 2000 Informationszentrum des Biosphärenreservates Mittelelbe“ noch immer gewerkelt. Baubeginn war am 26. Juni 2014. Durch die Lage am Buga-Eingang komme dem Haus eine maßgebende Bedeutung für die Buga zu, bestätigt die Pressestelle des zuständigen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt. Deshalb sollte es bis zur Eröffnung der Buga fertig sein. „Leider erwies sich diese Zielstellung am Ende als nicht umsetzbar“, so die lapidare Auskunft dazu.

Über die Gründe für die Verzögerung und mögliche Mehrkosten hüllen sich die Verantwortlichen in Magdeburg trotz Nachfrage der Altmark-Zeitung in Schweigen, kommen aber zu einer überraschenden Erkenntnis.

„Für die Umsetzung des Projektes regelt ein Zuwendungsbescheid unter anderem auch die zeitlichen Abläufe. Entsprechend dieser Vorgaben befindet sich das Projekt im Zeitrahmen.“ Immerhin: Das „Haus der Flüsse“ sei nun außen fertig. Aktuell erfolgten die letzten Arbeiten am Innenausbau und die Ausstellung werde aufgebaut. „Die Fertigstellung wird in die zweite Junihälfte fallen“, heißt es weiter.

Einige Projektteile seien bereits seit dem Buga-Start nutzbar, so etwa Außenanlagen inklusive Wasserspielplatz und „Grünes Klassenzimmer“ sowie die Terrasse und der Steg über den Havel-Altarm. Als kleinen Trost für alle Buga-Gäste, die in Havelberg bisher vor verschlossener Tür standen, der Hinweis aus dem Ministerium: „Das Haus der Flüsse ist für einen nachhaltigen Betrieb ausgelegt, wird also auch über die Buga hinaus von der Biosphärenreservatsverwaltung weiter geführt.“

Von Christian Wohlt

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