Weihnachtsmarkt-Freunde sehen hohe Kosten – Sperlingsberg zieht mehr

Budenzauber im Advent: Schützenplatz fällt durch

Auf dem Schützenplatz ist reichlich Platz. Und dennoch zieht es Schausteller und „weitere Freunde des Stendaler Weihnachtsmarktes“ mehr in die Innenstadt. Auf dem Schützenplatz laufen derzeit die Vorbereitungen für das Frühlingsfest, die Sperrschilder stehen.

Stendal. Händler, Schausteller und „weitere Freunde des Stendaler Weihnachtsmarktes“ erteilen dem Schützenplatz als Ersatz für den im Umbruch befindlichen Marktplatz eine Absage.

„Die Begehung des Geländes hat uns keine warmen Herzen und leuchtenden Augen beschert, allein schon des Geldes wegen nicht“, sagt ein Teilnehmer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. 150 000 Euro würde der Budenzauber dort kosten, konservativ geschätzt. „Wenn die Stadt für dieses Ausnahmejahr trotzdem etwas Schönes auf die Beine stellen will, muss sie sich Berater zur Seite holen. Dürfte zum Beispiel Lothar Welte aus Rostock mit das Zepter führen, sollte er angesprochen werden – und zwar bereits jetzt und nicht erst in ein paar Wochen. “.

Die Schausteller, zumindest die am Rundgang beteiligten, wünschen sich ein tragfähiges Konzept für die Vorweihnachtszeit, das es bislang so noch nicht gebe. Sie favorisieren den Sperlingsberg sowie den Winckelmannplatz, und auch auf der Breiten Straße dazwischen könnte 2016 zusätzlich weihnachtliche Stimmung geschaffen werden. „Auf den Sperlingsberg passt ein historisches Riesenrad, 14 bis 15 Meter hoch, wie es schon vor dem Rathaus in Osterburg stand.“ Der Weihnachtsmarkt könnte auch vergleichsweise „klein und fein“ ausfallen, dafür dann aber statt der üblichen drei, vier Tage vielleicht neun Tage und noch länger aufgebaut sein. „Man muss sich eben nur Gedanken machen“, so der Stendaler im AZ-Gespräch.

Der Schützenplatz ist für die Leute um Schausteller Welte nur der absolute Notnagel. Das Areal befinde sich außerhalb der Innenstadt und auch so weit ab vom Schuss. „Es müssten vermutlich mehr als 100 Zäune und mindestens ein Tor aufgestellt werden, das kostet. Die Kunsthandwerker aus Tschechien, die traditionell in Stendal dabei sind, brauchen beheizbare Zelte. Selbst wenn dort ausreichend Versorgungsleitungen vorhanden sind, ist doch der Aufwand insgesamt einfach zu groß und unnötig.“ Und übrigens: Eine von der Politik mehrheitlich gewollte Eisbahn müsste ja nicht zwingend in der Weihnachtszeit aufgebaut sein, sondern erst danach.

Das Ja des Stadtrates für ein Wasserspiel auf dem Stendaler Marktplatz hat die städtischen Veranstaltungskalender durcheinandergebracht. Klar scheint bislang, dass sich durch den Einbau der Wasserfontänen die Neugestaltung des Marktes verlängern wird (die AZ berichtete). Das kann Folgen für den Weihnachtsmarkt und die Eisbahn haben. Ein Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz hat die Stadt laut Rathaussprecher Klaus Ortmann bislang jährlich bis zu 25 000 Euro gekostet.

Von Marco Hertzfeld

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