Fördermittel-Rückforderung: Pilotregion Arneburg war 2010 schon einmal „Modellprojekt“ für schnelles Internet

Breitband-Regress überschattet Turbo-Start

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Ob bald Bagger in den Weiten von Arneburg und Umgebung Glasfaserkabel in den Altmarkboden bringen, hängt von Mindestquoten ab. Nächste Woche starten Einwohnerversammlungen.

Arneburg-Goldbeck. Der Einzug von „hochmodernen, ultraschnellen“ Glasfaserkabeln in der Pilotregion Arneburg wird von einer drohenden Breitband-Fördergeld-Rückzahlung überschattet.

Wie berichtet, will der Zweckverband Breitband Altmark Turbointernet mit Fiber-to-the-home-Technik (FTTH) in jedes Haus rund um Arneburg und in Nachbargemeinden Tangermündes und des Elbe-Havel-Lands bringen.

Am Morgen nachdem der Verbandsgemeinderat Arneburg-Goldbecks am Donnerstag auf einer eilig einberufenen Sondersitzung eine drohende Rückforderung – die sich nach AZ-Informationen im mittleren sechsstelligen Bereich bewegen soll – zur Kenntnis genommen hat, informiert die mit der Vermarktung des Glasfaser-Netzes beauftragte, in Bernau bei Berlin ansässige Firma über die Terminfolge der in Hassel nächste Woche beginnenden Einwohnerversammlungen. „Die Altmark wird zur Modellregion, auf die viele andere Bundesländer gespannt schauen“, erklärt DNS-Net-Sprecherin Claudia Burkhardt der AZ. Sie übermittelt ein Zitat von Verbandsgemeinde-Chef Eike Trumpf (CDU), wonach besonders „die zukunftssichere Planung der Infrastruktur überzeugend“ sei.

Ähnlich optimistisch war der glasfasergebundene Ausbau im Oktober 2010 in Arneburg gestartet. Damals hatte der Bund ein „Modellprojekt Breitbandausbau“ aufgelegt, über das der Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) und die Stadt Arneburg erschlossen wurden. Die Kosten für die glasfasergebundene DSL-Versorgung betrugen 500 000 Euro. Sie wurden zu 90 Prozent mit Fördergeld finanziert. Den Eigenanteil von 50 000 Euro steuerte die Stadt Arneburg bei. Das ausführende Unternehmen stammte aus Wilhemshafen. An das Breitband-Kabel angeschlossen wurden neben dem Zellstoffwerk Stendal auch der Infrastrukturbetrieb der Stadt Arneburg. Und schon seinerzeit spielten Mindestanschlussquoten eine wichtige Rolle.

Aber die Quoten zählen auch jetzt. Wer „rechtzeitig unterzeichnet“, kriegt den Glasfasernetz-Anschluss „kostenlos“, teilt das Internet-Unternehmen mit. Bis zu 800 Euro „Anschlussgebühr“ müssten aber alle zahlen, die ihren Vertrag erst später abschließen. „Ich bin stolz, dass der Zweckverband Breitband Altmark einen schlagkräftigen Partner für dieses ehrgeizige Vorhaben gewinnen konnte“, wird Stendals Landrat Carsten Wulfänger (CDU) am Freitag in der Pressemitteilung der DNS-Net wiedergegeben.

Von Antje Mahrhold

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