Interessenten für Wohnbebauung vorhanden / Stadtrat nach wie vor dagegen

Brachflächen am Bruchweg: „Das sieht nicht schön aus“

+
Es gibt Interessenten und Ideen für eine Wohnbebauung am südlichen Bruchweg. Der Stadtrat hat sich in der Vergangenheit dagegen ausgesprochen. Eine Vielzahl verschiedener Grundstückseigentümer würde der Stadt den Kauf des Areals erschweren.

Stendal. „Das Areal sieht nicht besonders schön aus und liegt auch teilweise brach. Da kann man mehr draus machen“, sagt Stadtsprecher Klaus Ortmann zu den Grünflächen am südlichen Bruchweg gegenüber der Bilingualen Grundschule.

Die Stadtverwaltung kann an dem Zustand jedoch nicht viel ändern. Die Gartengrundstücke sind größtenteils in Privatbesitz. Dabei gibt es schon seit einiger Zeit Pläne für eine alternative Nutzung.

„Es gibt schon länger Anfragen und Interessenten für dieses Areal und zudem Ideen für eine Wohnbebauung“, so der Stadtsprecher. Doch nicht nur die Eigentumsverhältnisse vor Ort würden der Stadt einen Ankauf schwer machen. Dass dort schon so lange Brachflächen existieren, liegt vordergründig an einer Entscheidung des Stadtrates vom Oktober 2014.

Einige Grundstücke am Bruchweg liegen brach. „Da kann man mehr draus machen“, findet Klaus Ortmann.

„Die Stadträte haben sich gegen eine Bebauung ausgesprochen und daran hat sich auch nichts geändert“, sagt Ortmann, „es sei denn, eine entsprechende Vorlage wird irgendwann eingebracht und die Stadträte entscheiden sich um.“ In einer damaligen Vorlage, dem Stadtentwicklungskonzept, fand sich der Passus, dass eine Bebauung „nicht zum jetzigen Zeitpunkt“ umgesetzt werden solle (AZ berichtete). Oberbürgermeister Klaus Schmotz bevorzugte die Formulierung, dass „die Bebauung nicht auf Dauer verwehrt werden soll“. Mit sechs zu drei Stimmen beschlossen die Räte schließlich, die Formulierung komplett aus dem Stadtentwicklungskonzept zu streichen. Trotz der Kaufinteressenten und Bauideen hat sich seitdem nichts getan. Der Grund dafür ist laut Ortmann, dass dieses Gebiet „als Grünfläche vorbehalten“ bleiben soll. „Aber man wird es beizeiten nochmal kultivieren müssen.“

Die Bebauung würde sich vom Bruchweg aus bis zur Haferbreite auch immer weiter verdichten. Der Stadtsprecher weiß von ähnlichen Gebieten im Stadtbereich, in denen eine Wohnbebauung bereits geplant ist, etwa in der Straße Hinter der Mühle. „Dort werden Wohnungen für ältere Bürger gebaut. Das liegt aber auch an der Nähe zum Seniorenzentrum am Schwanenteich.“ Der Bedarf für eine Wohnbebauung so nahe an der Stendaler Innenstadt sei „durchaus da“. Ortmann sieht in der zentralen Lage auch einen Anreiz für junge Familien, im Kernbereich der Rolandstadt zu wohnen.

Mehr Bauflächen in der Innenstadt forderte in der Vergangenheit CDU-Stadtrat Dirk Hofer. Diese müssten kurzfristig ausgewiesen werden. „Wir konkurrieren nicht mehr mit Uenglingen oder Jarchau“, so Hofer, „unsere Konkurrenten sind Magdeburg und Wolfsburg.“ Er sieht hier das Planungsamt in der Pflicht.

Von Mike Höpfner

Kommentare